Wissenschaft

Kosmische Peptide als Ursprung des Lebens?

Ursprung des Lebens: Geheimnisse aus dem Weltraum

Theorien über den Ursprung des Lebens sind vielfältig und eine der häufigsten Annahmen ist, dass die ersten Lebewesen in einer Ursuppe entstanden sind, die schon vor Milliarden von Jahren existierte und voller anorganischer und organischer Moleküle war. Die genaue Herkunft dieser Moleküle ist jedoch noch umstritten. Einige Theorien besagen, dass vulkanische Aktivitäten im Wasser zur Bildung dieser Stoffe geführt haben könnten, während andere argumentieren, dass multiple Trocken- und Nässephasen auf der Erde notwendig waren, um die für das Leben essenziellen Molekülverbindungen zu bilden.

In den letzten Jahren hat eine weitere Theorie an Popularität gewonnen, die besagt, dass einige Moleküle in der Ursuppe möglicherweise einen kosmischen Ursprung haben könnten. Diese Moleküle, wie Peptide, die kürzere Formen von Proteinen sind, könnten entscheidend für die Entstehung des Lebens auf der Erde gewesen sein, da alle Lebewesen auf molekularer Ebene aus den gleichen chemischen Bausteinen bestehen. Peptide bilden sich aus einzelnen Aminosäuren und erfüllen im Körper unterschiedliche Funktionen wie den Transport von Stoffen, Beschleunigung chemischer Reaktionen und die Bildung von stabilisierenden Gerüsten in Zellen.

In einer Studie vor zwei Jahren untermauerte der Astrophysiker Serge Krasnokutski die Theorie der kosmischen Peptide, indem er chemische Reaktionen nachwies, die unter bestimmten Bedingungen im Weltraum zur Bildung lebenswichtiger Verbindungen geführt haben könnten. Diese könnten in kosmischen Staubwolken entstanden sein und dann von Meteoroiden, Asteroiden und Kometen zur Erde getragen worden sein. Die Forscher simulierten diese chemischen Reaktionen im Labor und zeigten, dass nur wenige Stoffe wie Kohlenstoff, Kohlenstoffmonoxid und Ammoniak für die Bildung der lebenswichtigen Molekülverbindungen benötigt wurden.

Die extrem niedrigen Temperaturen im Weltraum könnten die Bildung der Peptide begünstigt haben, da die Kälte den Energiebedarf für die Zerlegung von Wasser in seine Einzelteile reduziert. Die Kälte schützt zudem die Peptide vor UV-Strahlen, die sie normalerweise zerstören könnten. Ob das Leben auf der Erde letztendlich aus dem All stammt, bleibt eine offene Frage, die weiterer Studien bedarf, um abschließend geklärt zu werden.

Lebt in Hannover und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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