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Wissenschaft

Erfolgreicher Start der Pilotanlage Powder-Up! für Batteriematerialien in Ulm

Neue Perspektiven für Batteriematerialien: ZSW setzt auf unabhängige Entwicklungsmöglichkeiten.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Ulm hat eine Pilotanlage namens „Powder-Up!“ eingeweiht, die die Herstellung von hochenergetischen Batteriematerialien außerhalb der Industrie ermöglicht. Mit einer Nutzfläche von 2.400 Quadratmetern deckt die Anlage alle Produktionsschritte für Batteriematerialien ab, von Vorstufen über Wärmebehandlung bis zur Nachbearbeitung. Neben industrieerprobten Maschinen bietet die Anlage auch chemische Labore und analytische Messgeräte.

Die Einrichtung von „Powder-Up!“ wird als wichtiger Schritt zur Verkürzung der Entwicklungszyklen neuer Batteriematerialien in Deutschland angesehen. Bisher waren größere Materialmengen, die für die Herstellung von originalgroßen Batterien benötigt werden, schwer zugänglich, da industrielle Hersteller diese oft nicht an Forschungseinrichtungen abgeben. Mit „Powder-Up!“ können Chargen von bis zu 100 Kilogramm Material an Pilotanlagen und Batterieproduzenten geliefert werden, um die Entwicklung und Erprobung neuer Materialien voranzutreiben.

Die Pilotanlage wurde mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des baden-württembergischen Landesministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus errichtet. Die Einweihung wurde von Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger geleitet, die betonte, dass die Entwicklung innovativer Batterietechnologien in Deutschland und Europa durch solche Forschungsinfrastrukturen gestärkt wird. Professor Dr. Markus Hölzle, Leiter des ZSW, hebt hervor, dass die Qualität von Lithium-Ionen-Batterien maßgeblich von den verbauten Materialien abhängt und die neue Pilotanlage diesbezüglich innovative Möglichkeiten bietet.

Das ZSW in Ulm verfügt zudem über eine große Pilotlinie für die industrielle Produktion von Lithium-Ionen-Zellen und ein Batteriesicherheits- und Testzentrum. Insgesamt arbeiten am ZSW über 300 Experten an verschiedenen Standorten in Stuttgart und Ulm, die sich unter anderem auf die Erforschung von Recyclingverfahren für Batterieabfälle und umweltfreundliche Batteriezellen spezialisiert haben. Die Einrichtung von „Powder-Up!“ markiert somit einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung von Batterietechnologien in Deutschland.

Dr. Markus Hoffmann

Lebt in Hannover und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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