Wirtschaft

US-Notenbank hält Leitzins auf historisch hohem Niveau – Inflation im Fokus

Die US-Notenbank und ihre Strategie: Warum bleibt der Leitzins auf historischem Niveau?

Die US-Notenbank Federal Reserve hat zum sechsten Mal in Folge den Leitzins unverändert belassen, was bedeutet, dass die Zinssätze vorerst zwischen 5,25 und 5,5 Prozent liegen. Diese Entscheidung markiert das höchste Zinsniveau seit mehr als 20 Jahren. Die Federal Reserve begründete ihre Wahl damit, dass „weiterer Fortschritt“ bei der Zielerreichung einer Inflationsrate von zwei Prozent fehlt.

Seit März 2022 hat die Fed mehrere Zinssatzerhöhungen vorgenommen, um der Inflation entgegenzuwirken. Seit Juli 2023 jedoch hat sie die Leitzinsspanne stabil gehalten. Im vergangenen Jahr erzielte die Fed hierdurch Erfolge, da die Inflation zurückging und die Wirtschaft überraschend stark wuchs, was eine Rezession verhinderte. Allerdings stiegen die Preise zuletzt wieder deutlich an, was die Hoffnung auf eine Zinssenkung in diesem Sommer dämpfte.

Die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung führte dazu, dass die Fed ihre ursprünglichen Pläne für mehrere Zinssenkungen im Jahr 2024 überdachte. Statt überstürzter Maßnahmen betonte sie die Notwendigkeit, nicht vorzeitig zu handeln, um die Inflation nicht erneut anzuheizen. Die Fed kündigte außerdem an, ab Juni den Verkauf staatlicher Wertpapiere langsamer zu gestalten, wobei monatlich nur noch 25 Milliarden Dollar statt bisher 60 Milliarden Dollar an Vermögenswerten abgestoßen werden sollen.

In Anbetracht dieser Entwicklungen steigt die Möglichkeit, dass eventuelle Zinssenkungen vor der US-Präsidentschaftswahl im November stattfinden könnten. Die Federal Reserve muss jedoch darauf achten, jeglichen Hinweis auf politische Einflussnahme zu vermeiden.

Oliver Stein

Lebt in Berlin und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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