US-Präsident Donald Trump hat die Chipindustrie dazu aufgerufen, die Produktion vermehrt in die Vereinigten Staaten zu verlagern. In seinen jüngsten Äußerungen zeigt sich Trump besorgt darüber, dass Taiwan den USA einen Großteil des Chipgeschäfts abgenommen hat. Er machte deutlich, dass er unzufrieden sein werde, sollten die Hersteller nicht handeln und die Produktion zurückbringen. Obwohl die Entwicklung hochmoderner Chips in den USA stattfindet, geschieht die tatsächliche Produktion überwiegend in Taiwan, wo Unternehmen wie TSMC, der weltweit führende Chip-Hersteller, eine Schlüsselrolle einnehmen. Dies berichtet Zvw.de.

Die Verlagerung der Chipproduktion nach Taiwan wurde über Jahrzehnte hinweg durch großzügige Subventionen begünstigt. Die westlichen Märkte zeigen sich mittlerweile besorgt, da eine mögliche Blockade Taiwans durch die Volksrepublik China die Versorgung mit Smartphone-Chips ernsthaft gefährden könnte. Taiwans Präsident Lai Ching-te hat auf die Äußerungen Trumps reagiert und signalisiert eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den USA, um eine widerstandsfähige Lieferkette für Halbleiter zu etablieren. Lai betonte die Wichtigkeit, dass die US-Regierung die Rolle Taiwans in der Hightech-Industrie würdigt.

Taiwans Rolle in der Chipproduktion

Taiwan ist nicht nur ein bedeutender Player in der Chipproduktion, sondern hat sich auch einen „unsichtbaren Schutzschild“ geschaffen, der das wirtschaftliche Überleben der Insel sichert. Die hohe Produktivität und Innovationskraft der taiwanesischen Chipindustrie stellt sicher, dass Taiwan für die globale Wirtschaft unabdingbar bleibt. Dies wird noch verstärkt durch Sorgen über die militärischen Aktivitäten Chinas in der Region. Insbesondere jüngste Raketenabschüsse indizieren die zunehmende Aggressivität Chinas, das Taiwan als Teil seines Staatsgebiets betrachtet. Eine Eskalation in dieser Richtung könnte die zugehörigen globalen Lieferketten erheblich stören, was auf die Verwundbarkeit des Chipsystems hinweist, berichtet Tagesschau.de.

Die wirtschaftliche Bedeutung der taiwanesischen Halbleiterbranche wird durch ihre Größe und ihren Einfluss verdeutlicht. Für 2022 wurde ein Produktionswachstum von 15,6 % auf nahezu 150 Milliarden US-Dollar prognostiziert, was fast 18 % des Bruttoinlandsproduktes Taiwans ausmacht. Die Vorhersagen zeigen, dass ein weiteres Wachstum von 6,1 % für 2023 zu erwarten ist, insbesondere durch Investitionen im Bereich Kfz, 5G und künstliche Intelligenz. Dennoch besteht ein Risiko für diese positive Entwicklung, da ein Rückgang der Nachfrage nach Konsumgütern die Branche belasten könnte, wie GTAI.de berichtet.

Strategien und Herausforderungen der Chipindustrie

Der Digitalisierungsboom der letzten Jahre könnte nachlassen, und Spannungen zwischen den USA und China machen der Branche zusätzlich zu schaffen. Sowohl TSMC als auch andere taiwanesische Hersteller spüren bereits die Auswirkungen der jüngsten US-Sanktionen gegen den chinesischen Halbleitersektor. Analysten zeigen sich vorsichtig, was die kommenden Verkaufszahlen betrifft; für 2023 wird mit einem allmählichen Rückgang der Verkäufe von Chip-Auftragsfertigern um 2 bis 3 % gerechnet.

Auf der anderen Seite investieren Unternehmen wie Intel Milliarden in die Wiederbelebung der Chip-Produktion in den USA. Das Unternehmen hat die Schließung eines Werkes in Europa aufgrund finanzieller Engpässe jedoch auf Eis gelegt. In dieser volatile Situation setzen taiwanesische Unternehmen auf eine langfristige Strategie zur Sicherung ihrer Ressourcen, während die taiwanesische Regierung an einem Änderungsentwurf arbeitet, um höhere Steuervergünstigungen für den Halbleitersektor zu genehmigen.