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Wirtschaft

Steuern sparen durch Überstunden? Warum ein Start-up-Gründer Lindners Vorschlag kritisch sieht

Geht Lindners Überstunden-Idee an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer vorbei?

Die vorgeschlagene Idee von Finanzminister Christian Lindner, Überstunden steuerlich zu begünstigen, stößt bei einigen Unternehmern auf Skepsis. Insbesondere der Start-up-Gründer Thomas Schulz von CareerFairy sieht den Vorschlag als „undurchdacht und realitätsfern“ an. Lindner hofft durch steuerliche Anreize die Motivation der Arbeitnehmer zu steigern und ausländische Fachkräfte anzulocken. Schulz hingegen warnt davor, dass steuerfreie Überstunden langfristig zu einer toxischen Unternehmenskultur führen können, indem sie den Druck auf Mitarbeiter erhöhen, zusätzliche Stunden zu leisten.

Der Gründer von CareerFairy betont, dass die Schaffung einer guten Arbeitskultur ein wirklicher Wettbewerbsvorteil für Unternehmen sei. Er sieht steuerliche Anreize für Überstunden als weniger sinnvoll an und warnt vor den potenziellen Risiken wie Burnout und Fluktuation bei Mitarbeitenden. Schulz schlägt stattdessen alternative Ansätze vor, wie die Teilnahme am Aktienprogramm, um die Mitarbeitermotivation zu steigern und die Bindung der Mitarbeiter zu fördern.

Der Unternehmer fordert dringende Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitskraft in Deutschland, insbesondere im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zudem hebt er die Bedeutung eines Bürokratieabbaus hervor, um die Einstellung von Geflüchteten und Fachkräften aus dem Ausland zu erleichtern. Bildungspolitische Maßnahmen werden ebenfalls als entscheidend angesehen, um auf die Herausforderungen des digitalisierten Arbeitsmarktes angemessen reagieren zu können.

Schulz betont die Notwendigkeit für Unternehmen und Politik, sich auf die Anforderungen der jüngeren Generation einzustellen, um der Generationenkrise und dem Fachkräftemangel effektiv entgegenzuwirken. Es wird als unerlässlich angesehen, dass Unternehmen ihre Arbeitsbedingungen und Rekrutierungsstrategien an die Bedürfnisse der jungen Generation anpassen, um langfristig erfolgreich zu sein.

Oliver Stein

Lebt in Berlin und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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