Wirtschaft

Sinkende ausländische Investitionen und stagnierendes Wirtschaftswachstum: Wie steht Deutschland 2024 da?

OECD-Prognose: Wie schafft Deutschland die Trendwende?

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland erneut nach unten korrigiert. Laut dem aktuellen Wirtschaftsausblick der OECD wird für das Jahr 2024 nur noch ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Dies zeigt, dass die deutsche Wirtschaft sich zwar langsam aus der Flaute bewegt, jedoch keine signifikanten Wachstumssprünge zu erwarten sind, trotz des leichten Wachstums zu Jahresbeginn.

Im Vergleich zur Bundesregierung, die ihre Wachstumserwartungen für das Jahr 2024 leicht angehoben hat, erscheint die OECD pessimistischer. Die Konjunkturexperten der OECD prognostizieren für das kommende Jahr sogar einen Zuwachs von 1,1 Prozent, während weltweit ein Wachstum von 3,1 Prozent in diesem und 3,2 Prozent im nächsten Jahr erwartet wird. Der Rückgang der ausländischen Investitionen in Deutschland ist ebenfalls besorgniserregend, wie eine Analyse der Beratungsfirma EY zeigt. Im Vergleich zum Vorjahr haben ausländische Unternehmen zwölf Prozent weniger Investitionsprojekte in Deutschland angekündigt.

Der Vorsitzende der EY-Geschäftsführung, Henrik Ahlers, bezeichnet den Rückgang der Investitionen als alarmierend und warnt davor, dass Deutschland im internationalen Vergleich abgehängt wird. Gründe dafür liegen in der hohen Steuerbelastung, den hohen Arbeitskosten, den teuren Energiepreisen und der bürokratischen Struktur des Landes. US-Unternehmen, die traditionell wichtige Investoren in Deutschland sind, haben ebenfalls ihr Engagement verringert, was auf erschüttertes Vertrauen zurückzuführen ist. Eine schnelle Trendwende in der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands wird daher nicht unmittelbar erwartet, sondern erfordert strukturelle Reformen wie eine Steuerreform und den Abbau von Bürokratie, wie von der OECD empfohlen.

Oliver Stein

Lebt in Berlin und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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