Karl-Erivan Haub, der ehemalige Chef der Tengelmann-Gruppe, wurde im Mai 2021 offiziell für tot erklärt, nachdem er am 7. April 2018 während einer Skitour am Klein Matterhorn in Zermatt verschwand. Die Suche nach ihm wurde bereits im Oktober 2018 eingestellt. Nun sorgen neue, mysteriöse Fotos für Aufregung, die Haub im Februar 2021 in Moskau zeigen sollen. Laut t-online.de sind die Bilder unscharf und zeigen einen Mann mit Mütze, der eine starke Ähnlichkeit mit Haub aufweist.
Die Aufnahmen stammen von einem israelisch-amerikanischen Sicherheitsdienstleister, und zwei Privatermittler, die von der Tengelmann-Gruppe beauftragt wurden, behaupten, Haub in einem Vorort von Moskau gesichtet zu haben. Zwei Gutachten zur Authentizität der Bilder bestätigen mit Wahrscheinlichkeiten von 99% und 85%, dass es sich um Haub handelt. Allerdings fehlen die Rohdaten der Aufnahmen, was die Bestimmung von Zeit und Ort erschwert und Manipulationen nicht ausschließt.
Zusammenhänge und Spekulationen
Karl-Erivan Haub, geboren am 2. März 1960 in Tacoma, Washington, war ein angesehener Unternehmer und Teil der wohlhabenden Haub-Familie. Er studierte Wirtschaft und Sozialwissenschaften an der Universität St. Gallen und übernahm 2000 die Leitung der Tengelmann-Gruppe, die unter anderem für die Discounterkette KiK bekannt ist. Vor seiner Rückkehr zur Tengelmann-Gruppe arbeitete er für Nestlé und McKinsey & Company. Seine Familie zählt zu den reichsten der Welt, wie auch Wikipedia bestätigt.
Vor seinem mysteriösen Verschwinden hatte Haub enge Kontakte nach Moskau. Am 5. April 2018 telefonierte er viermal mit Veronika Ermilova, einer Eventmanagerin aus St. Petersburg, und am darauffolgenden Tag noch zwei Mal. Die Beziehung zwischen Haub und Ermilova reicht bis ins Jahr 2008 zurück; sie trafen sich häufig in Sotschi und Moskau. Ermilova selbst beschreibt ihre Verbindung zu Haub als rein geschäftlich. Dennoch gibt es Spekulationen über eine mögliche Liebesbeziehung sowie über ihre möglichen Verbindungen zum FSB, die jedoch bislang nicht bestätigt werden konnten.
Die Abweichung von seinem ursprünglichen Reiseplan, als Haub seine Destination von Les Deux Alpes nach Zermatt änderte, wirft zusätzlich Fragen auf. Nach seinem Verschwinden wurde sein Bruder Christian zum alleinigen CEO der Tengelmann-Gruppe ernannt. Haub, ein erfahrener Skitourengeher, wollte am 7. April 2018 an dem renommierten Wettbewerb Patrouille des Glaciers teilnehmen, an dem er bereits mehrere Jahre zuvor teilgenommen hatte.
Die Reaktionen auf die neuen Informationen
Die jüngsten Berichte und die aufgetauchten Fotos lassen die Angelegenheit umso mysteriöser erscheinen. Die Aussagen der Privatermittler und die Möglichkeit, dass Haub tatsächlich noch lebt, haben die Diskussion um seinen Schicksal neu entfacht. Solange jedoch keine zusätzlichen Beweise für die Echtheit der Aufnahmen vorliegen, bleibt die Frage nach dem Verbleib von Karl-Erivan Haub bestehen. Bis dahin bleibt er offiziell als tot erklärt, auch wenn die spekulativen Theorien über ein mögliches Entkommen in den Kreisen der Öffentlichkeit kursieren.