Am 11. März 2025 fand in Grönland eine entscheidende Wahl statt, die die politische Zukunft des mineralreichen Gebiets im Schatten der geopolitischen Spannungen prägte. Der aktuelle Premierminister Mute Bourup Egede rief die Wähler dazu auf, Einheit in einer „ernsten Zeit“ zu fördern, während das Interesse an der Kontrolle Grönlands durch die USA, insbesondere durch Donald Trump, Thema des Wahlkampfs war. Die Wahlbeteiligung war so hoch, dass in einigen Wahllokalen die Öffnungszeiten um eine halbe Stunde verlängert wurden, laut Al Jazeera.
Etwa 40.500 Wahlberechtigte konnten an 72 Wahllokalen ihre Stimme abgeben, wobei offizielle Ergebnisse erst in einigen Wochen nach der Zertifizierung erwartet werden – da die Stimmzettel von abgelegenen Siedlungen nach Nuuk transportiert werden müssen. Während die Auszählung zwischen drei und fünf Stunden dauern könnte, zeigen Bilder lange Warteschlangen vor den Wahllokalen in Nuuk.
Donald Trump und die Grönlandwahl
Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 öffentlich Interesse daran bekundet, Grönland zu kontrollieren, was die Spannungen zwischen den USA und Dänemark weiter anheizt. Historiker und Beobachter bemerken eine Verschlechterung der Beziehungen zu den grönländischen Wählern, die bezüglich Trumps Versprechen ambivalente Gefühle hegen. Die Diskussion über historische Ungerechtigkeiten durch Dänemark wird durch die aktuelle geopolitische Lage noch komplizierter, da viele Grönländer Angst vor dem US-amerikanischen Imperialismus haben. Die Wahl wurde in diesem Kontext besonders brisant, da nahezu alle Parteien mehr Autonomie von Dänemark anstreben. Doch Egede plädiert für einen behutsamen Umgang mit der Unabhängigkeit und warnt vor den möglichen negativen Folgen für die grönländische Wirtschaft und soziale Dienste.
Grönland, mit seinen 57.000 Einwohnern, ist aufgrund seiner Ressourcen wie Uran, seltenen Erden und Kupfer sowie neuer Schifffahrtsrouten durch schmelzende Eisflächen geopolitisch von enorme Bedeutung. Diese Entwicklungen werden durch den Klimawandel verstärkt, da die Arktis sich schneller erwärmt als der Rest der Welt und somit neue Handelsmöglichkeiten eröffnet. Schätzungen zufolge liegen in der Arktis etwa 13% der unerschlossenen Erdöl- und 30% der Erdgasreserven weltweit, was großes Interesse von Nationen wie den USA, Russland und China weckt. Laut ZDF ist die zukünftige wirtschaftliche Unabhängigkeit Grönlands jedoch fraglich, während die Jugend in zunehmendem Maße Englisch anstelle von Dänisch erlernt.
Geopolitische Bedeutung der Arktis
Die geopolitischen Spannungen in der Arktis nehmen zu, insbesondere durch die militärischen Aktivitäten Russlands, das seine Präsenz seit 2008 verstärkt hat. Russland sieht sich durch die NATO-Bemühungen und die militärische Aufrüstung der USA in der Region bedroht. Diese Dynamiken beanspruchen die Aufmerksamkeit großer Nationen, während der Süden Grönlands, trotz seiner geografischen Isolation, starke Verbindungen zu Dänemark aufrechterhält. Dänemark finanziert etwa 700 Millionen Euro des grönländischen Staatshaushalts und unterstützt somit das soziale System des Landes, was in der aktuellen Wahl gleichfalls Thema war. Der Bund.
Die Wahl in Grönland steht also nicht nur für die internen politischen Bestrebungen, sondern reflektiert auch die größeren geopolitischen Herausforderungen, die sich durch schmelzendes Eis und die damit verbundenen Ressourcen erschließen. Die neue grönländische Regierung wird unter Druck stehen, die Balance zwischen dem Streben nach mehr Unabhängigkeit, der wirtschaftlichen Stabilität und den Einflüssen aus den USA und Dänemark zu finden.