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Führungskräfte erschöpft: 61,6 % leiden an Erschöpfung – Lösung in geteilter Führung?

In einer aktuellen Umfrage der Beratungsagentur Auctority in Zusammenarbeit mit civey unter 1.000 Führungskräften in Deutschland wurde festgestellt, dass fast zwei von drei Führungskräften erschöpft sind. Dabei gaben 61,6 % der Befragten an, erschöpft zu sein, 30,3 % fühlten sich weniger erschöpft und 8,1 % waren unentschieden. Frauen in Führungspositionen sind mit rund 65 % etwas stärker betroffen als Männer (60 %), und besonders stark schlägt sich die Erschöpfung in der Altersgruppe der 30-39-Jährigen nieder, wo 72 % angeben, erschöpft zu sein. Im Vergleich zu einer vorhergehenden Studie zeigte sich, dass Führungskräfte sogar deutlich stärker erschöpft sind als der Durchschnitt aller Beschäftigten mit 52,8%.

Die Bereitschaft, Führungsverantwortung zu teilen, wurde ebenfalls abgefragt, wobei sich eine Mehrheit von 61,3 % grundsätzlich offen für geteilte Führung zeigte. Eine Lösung des Problems könnte in mehr Arbeitsteilung für Führungskräfte liegen, da eine Mehrheit von 61 % der Führungskräfte Modellen geteilter Führung gegenüber offen ist.

Es ist interessant zu sehen, welche Formen der geteilten Führung sich Führungskräfte vorstellen können. So wären 50,6 % der Führungskräfte bereit, einen Teil der Führungsaufgaben in ihr Team zu übertragen (Collective Leadership), während 48,5 % mit einem gleichberechtigten Tandem zweier Führungskräfte einverstanden wären (Co-Leadership). Nur 22,4 % sehen die komplette Selbstorganisation im Team als eine Lösung an.

Die Erschöpfung von Führungskräften hat nach Ansicht von Randolf Jessl, Geschäftsführer von Auctority und Mitautor der Studie, auch mit veralteten Vorstellungen von Führung und Organisation zu tun. "Die Führungskraft der Vergangenheit sah sich mit der überbordenden Erwartung konfrontiert, alles zu wissen und zu können. Das war schon immer falsch", so Jessl.

Es ist zu beachten, dass Führungskräfte in Zukunft möglicherweise eine Gemeinschaftsleistung sein werden, bei der jeder gefordert ist und zu der jeder beiträgt. In dieser Hinsicht haben Randolf Jessl, Prof. Dr. Thomas Wilhelm sowie Stefanie Junghans mit ihrer Kollegin Janina Schönitz zwei Fachbücher veröffentlicht, die Möglichkeiten und Methoden der geteilten Führung aufzeigen.

Die Studie wurde im Auftrag der Beratungsagentur Auctority vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Dezember 2023 durchgeführt und die Ergebnisse werden im Februar als Factsheet veröffentlicht.

Tabelle:
- Anteil der erschöpften Führungskräfte nach Geschlecht und Altersgruppe
- Bereitschaft zur geteilten Führung nach Geschlecht und Altersgruppe

Es ist wichtig, den Erschöpfungszustand von Führungskräften zu verstehen und Lösungen zu finden, um ihre Belastung zu verringern und die Arbeitszufriedenheit zu steigern. Die Ergebnisse dieser Studie bieten Einblicke in die Einstellungen und Bereitschaft der Führungskräfte in Deutschland, Führungsaufgaben zu teilen, um so potenziell die Arbeitsbelastung zu reduzieren.



Quelle: Auctority GmbH / ots

Martin Schneider

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