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Wirtschaft

Flugtaxi-Startups in Not: Lilium-Chef klagt über fehlende Unterstützung der Politik

"Warum Deutschland sich bei Flugtaxis abhängen könnte"

Flugtaxis sind ein aufstrebendes Thema in Deutschland, aber Lilium-Chef Klaus Roewe beklagt die mangelnde Unterstützung in der heimischen Politik. Im Gespräch mit der SZ äußerte er schwerwiegende Vorwürfe gegenüber der Politik. Roewe betonte, dass nur ein minimaler Anteil des privaten Kapitals und der Mitarbeiter aus Deutschland stammt, während seine Konkurrenten in den USA und China massive staatliche Unterstützung erhalten. Dieses Ungleichgewicht führt zu Bedenken über den Standort Deutschland für ihre Innovationen.

Das Münchner Start-up Lilium entwickelt ein sechssitziges elektrisches Flugtaxi namens Lilium-Jet. Trotz der Investition von über einer Milliarde Euro in das Projekt droht dem Unternehmen das Geld auszugehen. Roewe macht geltend, dass die Verzögerungen bei der finanziellen Unterstützung das Vertrauen des Kapitalmarktes in das Unternehmen und in die Zukunft des elektrischen Fliegens untergraben.

Roewe hofft auf staatliche Bürgschaften und eine Kapitalerhöhung, um Lilium bis zum geplanten Erstflug finanziell abzusichern. Trotz der aktuellen Herausforderungen gibt er sich kämpferisch und betont, dass Scheitern keine Option ist. Allerdings warnt er davor, dass ein fehlender Fortschritt bei der Finanzierung dazu führen könnte, dass das Unternehmen von strategischen Investoren aus dem Ausland übernommen wird, was zu einem Verlust von Arbeitsplätzen und Know-how in Deutschland führen könnte.

Inzwischen gibt es weltweit eine Vielzahl von Flugtaxi-Projekten. Neben Lilium sind Volocopter und Vertical Aerospace prominente Namen in Europa. Die Konkurrenz aus den USA und China erhält deutlich mehr staatliche Unterstützung und ist bis weit in die Zukunft finanziell abgesichert. Es bleibt abzuwarten, ob Deutschland seine Position in der Flugtaxi-Branche halten kann.

Oliver Stein

Lebt in Berlin und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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