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Finanzen

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane: Zinserhöhungen beeinflussen Wirtschaft und Inflation im Euroraum

Die unerwarteten Auswirkungen der EZB-Zinserhöhungen: Was Philip Lane enthüllt

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, erklärte in einem Vortrag an der Stanford University, dass die seit 2022 vorgenommenen Zinserhöhungen des EZB das Wachstum und die Inflation im Euroraum jährlich um 2 Prozentpunkte mindern. Laut Lane haben die EZB-Modelle gezeigt, dass die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 wahrscheinlich ihren Höhepunkt erreicht haben. Hingegen gibt es eine verzögerte Wirkung auf die Inflation, wodurch in naher Zukunft noch signifikante Auswirkungen zu erwarten sind.

Des Weiteren untersuchte die EZB, ob eine entschlossenere Straffung ihrer Geldpolitik zu besseren Ergebnissen geführt hätte. Lane betonte, dass bei einer exakten Vorhersage der Inflations- und Outputentwicklung die EZB bereits im vierten Quartal 2021 mit Zinserhöhungen hätte beginnen und den Leitzins auf 4,50 bis 6,00 Prozent hätte anheben sollen. Tatsächlich begann die EZB erst im Juli 2022 mit den Zinserhöhungen. Durch einen früheren und aggressiveren Kurs wären die Inflationsraten jedoch niedriger ausgefallen, obwohl dies mit erheblichen Produktionseinbußen verbunden gewesen wäre.

Die Auswirkungen der EZB-Zinserhöhungen auf das Wirtschaftswachstum und die Inflation im Euroraum sind laut Philip Lane von deutlicher Verzögerung geprägt. Obwohl die Zinserhöhungen das Wachstum spürbar beeinträchtigen, zeigen sich die Auswirkungen auf die Inflation erst mit zeitlicher Verzögerung. Diese Erkenntnisse werfen Fragen auf bezüglich der Effektivität und Zeitpunkt der geldpolitischen Maßnahmen der EZB im Kampf gegen die Inflation.

Laura Johnson

Lebt in Bremen und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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