Wirtschaft

EZB könnte Leitzinsen im Juni senken

Unsicherheit und Prognosen: Wie wird sich die Wirtschaft im Juni entwickeln?

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte laut Bundesbank-Präsident Joachim Nagel im Juni erstmals seit längerem die Zinsen senken. Die Entscheidung werde von der mittelfristigen Preisentwicklung und der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängen. Nagel betont, dass eine Leitzinssenkung im kommenden Monat wahrscheinlicher geworden sei. Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte bereits angedeutet, dass eine Zinssenkung bevorstehen könnte, abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Inflationsaussicht und der Geldpolitik.

Nagel betont die Bedeutung einer datenorientierten Herangehensweise bei geldpolitischen Entscheidungen und weist darauf hin, dass Spekulationen über zukünftige Zinsänderungen nicht hilfreich seien. Er plädiert dafür, von Sitzung zu Sitzung zu evaluieren. Die nächste Zinsentscheidung der EZB steht für den 6. Juni an, gefolgt von einer weiteren im Juli.

In Bezug auf die Inflationsrate und die Wirtschaftsentwicklung im Euroraum zeigt Nagel auf mögliche Unsicherheitsfaktoren hin, wie steigende Energiepreise aufgrund globaler Spannungen oder unerwartete Lohnentwicklungen. Die aktuelle Inflationssituation sei von Rückgängen geprägt, aber es gebe weiterhin Risiken für zukünftige Preisentwicklungen.

Nagel äußert sich optimistisch über die deutsche Wirtschaft und deutet darauf hin, dass das erste Quartal 2024 besser als erwartet ausgefallen sei. Er zeigt sich zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft im Laufe des Jahres wieder an Fahrt gewinnen werde. Trotz des vorangegangenen leichten Schrumpfs im vierten Quartal 2023 prognostiziert Nagel für das Jahr 2024 insgesamt ein leichtes Wachstum und weist darauf hin, dass Deutschland nicht als „kranker Mann Europas“ angesehen werden sollte.

Lebt in Berlin und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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