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Wirtschaft

Berlin bereitet sich auf den anspruchsvollen Umbau des Fernwärmenetzes vor

Herausforderungen und Chancen: Der komplexe Umbau des Fernwärmenetzes in Berlin

Der Umbau des Fernwärmenetzes in Berlin nach der Übernahme durch das Land Berlin stellt nach Einschätzung des Energieexperten Felix Matthes vom Öko-Institut eine komplexe Herausforderung dar. Matthes betonte, dass für den Umbau auf eine Vielzahl von Wärmequellen zurückgegriffen werden müsse. Neben den großen Kraftwerken, die bisher die Wärme an die Verbraucher liefern, sollen auch kleinere Anbieter sowie verschiedene alternative Wärmquellen wie Abwärme aus Industriebetrieben, Flusswasser, Abwasser oder Abfallverbrennung genutzt werden. Darüber hinaus sei auch die Nutzung von Holz, Biogas und Wasserstoff geplant, wobei diese Optionen in der Regel teurer und knapper seien.

Die Übernahme des Fernwärmenetzes durch das Land Berlin von Vattenfall umfasst die Kraftwerke, Netze, Tochtergesellschaften, Mitarbeiter und Beteiligungen der Vattenfall Wärme Berlin AG. Laut Angaben von Vattenfall erstreckt sich das Fernwärmenetz über eine Gesamtlänge von etwa 2000 Kilometern und umfasst sowohl große Heiz- und Heizkraftwerke als auch viele Blockheizkraftwerke sowie weitere Anlagen. Matthes wies darauf hin, dass Fernwärme weiterhin ein monopolistischer Sektor sei, in dem Missbrauch betrieben werden könne. Daher sei es wichtig, dass der Umbauprozess unter öffentlicher Kontrolle stehe.

Der Energieexperte unterstrich die Bedeutung des Landes Berlin als Eigentümer während des Umbauprozesses, da sowohl technische als auch regulatorische Änderungen erforderlich seien. Die Umstellung auf eine Vielzahl von Wärmequellen und Anbietern erfordere eine sorgfältige Planung und Überwachung, um sicherzustellen, dass die Berliner Bevölkerung nicht unter der Umstrukturierung leide. Matthes betonte die Bedeutung einer transparenten und verantwortungsbewussten Durchführung des Projekts, um die Versorgungssicherheit und Effizienz des Fernwärmenetzes langfristig zu gewährleisten.

Oliver Stein

Lebt in Berlin und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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