Wirtschaft

Ausland lockt: Fachkräfte wandern nach dem Studium ab

Die Abwanderung von Fachkräften: Gründe und Auswirkungen der Jobsuche im Ausland

Die Bereitschaft deutscher Studenten, nach ihrem Studium im Ausland zu arbeiten, steigt stetig, wie eine aktuelle repräsentative Studie der Universität Maastricht und Jobvalley zeigt. Etwa jeder siebte bis achte Student plant, die Bundesrepublik zu verlassen, da sie im Ausland bessere Jobchancen sehen. Besonders hoch ist dieser Wunsch bei Studierenden naturwissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Fachrichtungen. Auch Absolventen mit Migrationshintergrund zeigen eine hohe Neigung, Deutschland nach ihrem Studium zu verlassen. Dies könnte den bereits vorhandenen Fachkräftemangel verstärken und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes gefährden.

Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor sowie die Attraktivität des IT-Bereichs könnten Gründe für die Entscheidung von Studierenden sein, ihre berufliche Zukunft im Ausland zu suchen. Neben interessanteren Projekten in fremden Ländern spielt auch das Erlernen neuer Sprachen eine Rolle. Es wird betont, dass angehende Fachkräfte mit Migrationshintergrund speziell gefördert werden müssen, um ihre Potenziale optimal zu nutzen und den Fachkräftemangel zu reduzieren. Eine sicherere Aufenthaltsperspektive und eine langfristige berufliche Perspektive könnten dazu beitragen, dass mehr Absolventen in Deutschland bleiben und hier tätig werden.

Die Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Tübingen zeigt, dass Gründe für die Rückkehr ausländischer Fachkräfte Berufs- und aufenthaltsrechtliche Aspekte sowie bürokratische Hemmnisse und Diskriminierung sein können. In Bezug auf die wirtschaftliche Lage beurteilen viele befragte Studenten die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung in Deutschland pessimistisch, was auch Einfluss auf ihre Bereitschaft hat, im Land zu bleiben. Unternehmen werden dazu aufgefordert, bereits während des Studiums klare berufliche Perspektiven aufzuzeigen, um langfristige Erfolge in der Fachkräftesicherung zu erzielen.

Lebt in Berlin und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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