Der Auftragsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe hat zu Beginn des Jahres 2025 verheerende Ausmaße angenommen. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz berichtet, ist der Auftragseingang im Januar 2025 im Vergleich zum Vormonat um 7,0 % gefallen, wenn man saison- und kalenderbereinigte Daten berücksichtigt. Dies folgt auf einen Anstieg von 5,9 % im Dezember 2024, der durch Großaufträge wesentlich beeinflusst wurde.
Besonders drastisch ist der Rückgang im Inland, wo die Bestellungen um 13,2 % gesunken sind, während ausländische Aufträge um 2,3 % zurückgingen. Die Bereinigung der Daten ohne Großaufträge zeigt einen Gesamtrückgang von 2,7 %. Die starke Schwankungsanfälligkeit von Großaufträgen, insbesondere im Fahrzeugbau, verstärkt die Unsicherheit über die Stabilität der Nachfrage.
Branchenüberblick und Rückgänge
Im Fahrzeugbau betrug der Rückgang im Januar 17,6 %, ein gravierender Kontrast zu dem Anstieg von 54,6 % im Dezember. Ähnliche Tendenzen zeigen auch andere Branchen: Die Aufträge in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen sanken um 12,9 %, während der Maschinenbau einen Rückgang von 10,7 % verzeichnete. Weitere Rückgänge wurden bei chemischen Erzeugnissen (-5,2 %), Metallerzeugung (-3,2 %) und Metallerzeugnisse (-2,2 %) dokumentiert. Der Sektor für Kfz und Kfz-Teile verzeichnete einen Rückgang von 1,0 %.
Auf der anderen Seite gab es auch positive Entwicklungen: Die elektrischen Ausrüstungen konnten ihre Aufträge um 4,8 % steigern, und die pharmazeutischen Erzeugnisse verzeichneten einen leichten Anstieg von 0,9 %.
Dreimonatsvergleich und Ausblick
Der Dreimonatsvergleich, der die Entwicklung von November 2024 bis Januar 2025 betrachtet, zeigt einen Rückgang der Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 2,4 %. Während die Inlandsbestellungen einen Zuwachs von 5,8 % aufwiesen, sanken die Auslandsaufträge um 7,3 %. Trotz leichter Erholung in den Stimmungsindikatoren von ifo und S&P Global bleibt die Nachfrage unsicher, was auch auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zurückzuführen ist, die die inländischen Ordereingänge negativ beeinflussen könnten.
Zusammengefasst verdeutlichen die neuesten Daten, dass das Verarbeitende Gewerbe zu Jahresbeginn vor erheblichen Herausforderungen steht. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die wirtschaftliche Situation weiterhin genau zu beobachten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Auftragslage und die allgemeine Wirtschaft zu stabilisieren.
Zusätzliche Informationen über die wichtigsten Entwicklungstrends im Verarbeitenden Gewerbe sowie detaillierte Statistiken und Analysen sind auf der Website von Destatis abrufbar und bieten umfassende Einblicke in die gegenwärtige Lage und die zukünftigen Perspektiven des Sektors.
Für eine vertiefte Analyse der verschiedenen Wirtschaftszweige und deren Auftragsbestände steht das Statistische Bundesamt zur Verfügung. Hier sind weitreichende Daten zu Produktionsindex und Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe zugänglich, die zur Beurteilung der konjunkturellen Lage entscheidend sind.