Am 12. März 2025 könnte sich eine bedeutende Wende in der bemannten Raumfahrt anbahnen, während die US-Astronauten Suni Williams und Butch Wilmore auf dem Weg zur Erde sind. Nach fast neun Monaten auf der Internationalen Raumstation (ISS) steht ihr Rückflug bevor. Aufgrund technischer Probleme mit ihrem Raumschiff, dem Starliner von Boeing, übernimmt SpaceX die Rückkehr der beiden Astronauten mit einer bereits geflogenen Kapsel. Frühestens am 16. März könnte die Landung in den USA stattfinden.
Die Raumfahrtgemeinschaft verfolgt die Ereignisse mit großem Interesse, insbesondere weil die neue ISS-Crew „Crew 10“ bereits bereitsteht, bestehend aus Anne McClain, Nichole Ayers, Takuya Onishi und Kirill Peskow. Die Probleme von Boeing mit dem Starliner werfen jedoch Schatten auf die künftige Nutzung der Kapsel für bemannte Missionen zur ISS.
Technische Herausforderungen beim Starliner
Boeing steht unter immensem Druck, seine Technologie zu überarbeiten, um die Zertifizierung durch die NASA zu erhalten. Mit einem Verlust von 523 Millionen US-Dollar aus dem Starliner-Programm für 2024 und geschätzten Gesamtschäden von fast zwei Milliarden US-Dollar seit 2016 ist die Zeit drängend. Die ISS soll 2030 ihren Betrieb einstellen, weshalb die Zertifizierung der Starliner-Kapsel dringend erforderlich ist.
Technische Probleme, die während des Testflugs festgestellt wurden, umfassen unter anderem Manövriertriebwerke, ein defektes Treibstoffventil und Heliumlecks. NASA und Boeing haben kritische Punkte identifiziert, die zusätzliche Arbeiten erfordern. Jedoch äußern sich beide Institutionen nicht konkret zur Zukunft des Starliners.
Das erste unbemannte Testflug des Starliners im Jahr 2019 endete vorzeitig, weil Softwareprobleme ein Andocken an die ISS verhinderten. Die Kapsel landete sicher in New Mexico, was eine umfassende Überprüfung des Softwarecodes nach sich zog. Um den Fortschritt zu beschleunigen, wurde die Software für die Starliner-Teamkapsel neu qualifiziert, und das Team bei NASA hat die Crew- und Servicemodule für den nächsten unbemannten Testflug, der für den 29. März 2025 geplant ist, verbunden. Dies geschieht in Vorbereitung auf zukünftige Missionen mit Astronauten.
Kontext und Zukunft des Starliners
Boeing plant, bei künftigen Starliner-Missionen zwischen zwei wiederverwendbaren Crewmodulen zu rotieren, die jeweils mit einem neuen Servicemodul ausgestattet sind. Für zukünftige Testflüge und bemannte Einsätze wird der Starliner voraussichtlich von United Launch Alliance Atlas 5-Raketen gestartet und unter Fallschirmen im westlichen Teil der USA landen. Am 29. März 2025 soll der Starliner nach einer umfassenden Simulation der OFT-2-Mission abheben und die gesamte Flugsequenz demonstrieren.
Ein unabhängiges Überprüfungsteam hat bereits 80 Empfehlungen zur Verbesserung der Softwaretests und zur Aufsicht über das Boeing-Starliner-Team ausgegeben. Boeing steht somit vor der Herausforderung, nicht nur technische, sondern auch operative Qualitätsstandards zu erfüllen, um die Astronautensicherheit und Zuverlässigkeit der Missionen zu gewährleisten.
Während sich die politische Diskussion über die Missionen und die angeblichen „politischen Gründe“, aus denen die Astronauten „im Stich gelassen“ worden seien, hält, betonen Williams und Wilmore, dass sie sich keineswegs verlassen fühlen. Sie bestehen darauf, dass ihre Mission ein Testflug war und der Erfolg der Technologie entscheidend für die Zukunft der US-amerikanischen Raumfahrt ist. NASA und Boeing können sich momentan nicht auf einen einheitlichen Zukunftsplan für den Starliner festlegen, wodurch die Unsicherheit über die Entwicklung und den Einsatz des Raumschiffes weiterhin besteht.