Am 20. März 2025 kam es in Russland zu einem Drohnenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt Engels-2, der nahe der Stadt Engels in der Region Saratow liegt. fr.de berichtet, dass der Angriff von ukrainischen Streitkräften ausging und mehrere Krater sowie zerstörte Lagergebäude auf dem Militärgelände hinterließ. Sichtbare Brandspuren auf dem Gelände zeugen von der Heftigkeit des Angriffs, und Anwohner berichteten von Explosionen und dichtem Rauch. Ein Video, das eine sekundäre Detonation zeigt, verbreitete sich schnell in sozialen Medien. Laut Andriy Kovalenko, dem Leiter des ukrainischen Zentrums für die Bekämpfung von Desinformationen, wurden bei dem Angriff auch Kh-101-Raketen zerstört.
Der Militärstützpunkt Engels-2 gilt als wichtige Basis für strategische Bomber, die Raketenangriffe auf die Ukraine durchführen. Diese Bomber, darunter der Typ Tupolew TU-160, sind in der Lage, Atomwaffen zu tragen, auch wenn keine Hinweise auf die Lagerung solcher Waffen am Flugplatz vorliegen. Die russischen militärischen Behörden bestätigten, dass beim Angriff drei Menschen ums Leben kamen, und es wird berichtet, dass auch mindestens vier Personen verletzt wurden. Trotz dieser Opfer wurde nach Angaben des Militärs keine Flugzeugtechnik beschädigt.
Reaktionen und militärische Lage
Der Kreml gab an, dass die russische Luftabwehr während des Angriffs eine ukrainische Drohne abfangen konnte. Dies ist jedoch nicht der erste Vorfall dieser Art; angeführt von den jüngsten Drohnenangriffen greift die Ukraine immer wieder russische Militäranlagen an. Anfang Dezember 2024 wurden bereits zwei Flugzeuge am gleichen Standort beschädigt. Die Angriffe werden als direkte Reaktion auf die über 40 Raketenangriffe Russlands auf ukrainische Städte betrachtet, die zeitgleich mit dem Drohnenangriff stattfanden. Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte die Befürchtung, dass Russland in den kommenden Tagen weitere Attacken starten könnte, und betonte die Notwendigkeit, für sämtliche Szenarien gewappnet zu sein.
Die militärische Situation bleibt somit angespannt. Während die Ukraine ihre Drohnentechnologie und -produktion kontinuierlich ausbaut, entdeckt auch Russland neue Produktionsstätten, vor allem in der Sonderwirtschaftszone Alabuga. Hier wurden 2024 bereits über 5.700 Shahed-136-Drohnen hergestellt, was die militärische Fähigkeit Russlands erhöht. Auch die Strategie, weniger kostspielige Drohnen zur Überlastung ukrainischer Verteidigungsanlagen zu nutzen, wird verstärkt verfolgt. Laut t-online.de plant die Ukraine zudem eine umfassende Lieferung von Drohnen mit internationaler Unterstützung ab Januar 2025.
Die gegenseitigen Angriffe und die Intensivierung der Drohnenproduktion beider Seiten unterstreichen die anhaltende Eskalation im Konflikt. Experten und Analysten sind sich einig, dass die zukünftige Kriegsführung in einem großen Maße von der Technologie und Taktik rund um Drohnen abhängen wird. Während Russland und die Ukraine ihre militärischen Kapazitäten rüsten, blicken die internationalen Beobachter auf die Entwicklungen der nächsten Tage gespannt.