Selina Freitag hat bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim eine bedeutende Silbermedaille im Einzelwettkampf gewonnen. Dies markiert nicht nur ihren persönlichen Erfolg, sondern auch die erste Medaille für den Deutschen Skiverband im Rahmen dieser Weltmeisterschaften. Freitag sprang im Finale auf der Normalschanze beeindruckende 99 und 103,5 Meter und konnte somit die begehrte Silbermedaille sichern. Die Goldmedaille ging an die Slowenin Nika Prevc, die als Topfavoritin angereist war und zuvor die letzten sechs Weltcup-Wettbewerbe für sich entschieden hatte. Bronze sicherte sich Eirin Maria Kvandal aus Norwegen.
Die Leistung von Freitag ist bemerkenswert, insbesondere wenn man bedenkt, dass sie in ihrer vorherigen Karriere in Einzelwettkämpfen nie über den vierten Platz hinausgekommen war. Ihr Erfolg in Trondheim folgte bereits auf zwei Weltmeistertitel, die sie im Team und Mixed in Planica 2023 erreichte. Der Frauen-Bundestrainer Heinz Kuttin lobte sowohl Freitag als auch das gesamte Team für ihre brillante Leistung, während Titelverteidigerin Katharina Schmid mit einem enttäuschenden 19. Platz an den Wettbewerb zurückkehrte.
Wettkampfverlauf und Ergebnisse
Im ersten Durchgang teilte sich Freitag den punktgleichen zweiten Platz mit Alexandria Loutitt aus Kanada, während Prevc bereits nach dem ersten Sprung mit der besten Punkteausbeute führte. Im zweiten Durchgang sprang Freitag jedoch 103,5 Meter, was ihr die Silbermedaille sicherte. Prevc blieb mit 100 Metern und dem Gewinn von Gold unangefochten. Agnes Reisch konnte sich mit einem Sprung auf 99 Meter auf den zehnten Platz verbessern. Luisa Görlich verletzte sich bei der Qualifikation am Knie, was zu ihrer vorzeitigen Abreise führte.
Platz | Name | Sprünge |
---|---|---|
1 | Nika Prevc | 100 m |
2 | Selina Freitag | 99 m, 103,5 m |
3 | Eirin Maria Kvandal | Sprungdaten unbekannt |
10 | Agnes Reisch | 92 m, 99 m |
19 | Katharina Schmid | 90 m, 86,5 m |
Entwicklung des Frauen-Skispringens
Der Erfolg von Selina Freitag fällt in eine Phase, in der sich das Frauen-Skispringen seit 2009 erheblich entwickelt hat. In den letzten 15 Jahren haben sich sowohl das Niveau als auch die Dichte des Sports stark verbessert. Frauen-Skispringen, das lange Zeit belächelt wurde, hat sich mittlerweile als etablierte Disziplin in Weltcups und Olympischen Spielen etabliert. Dennoch bleiben Herausforderungen wie die Gleichbehandlung und der Nachwuchsgewinnung bestehen. Der erste Sprung einer Frau bei einer Nordischen WM fand 2009 in Liberec statt, was die Skepsis gegenüber dem Sport weiter alimentierte.
Die Einführung des Frauen-Weltcups im Jahr 2011 und die Aufnahme in die Olympischen Spiele 2014 waren bedeutende Schritte, jedoch gibt es weiterhin Unterschiede in der Preisvergabe. Während Männer finanzielle Anreize erhalten, sind Frauen oft auf Geschenke angewiesen.
Am kommenden Samstag um 17:00 Uhr findet das Teamspringen statt, wo die DSV-Mannschaft die Chance hat, erneut für Erfolge zu sorgen. Das Event wird sowohl im ZDF als auch auf Eurosport übertragen.
Für weitere Details zu Freitags Erfolg und dem Wettkampf in Trondheim lesen Sie die Berichte von Sächsische, Sportschau und Kurier.