Die österreichische Radfirma Masterpiece Bike & Sport GmbH, gegründet von prominenten Ex-Sportlern, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit Sitz in Innsbruck wird von dem ehemaligen Ski-Olympiasieger Patrick Ortlieb und dem ehemaligen Radprofi Thomas Rohregger geleitet. Ortlieb, der 1992 Gold in der Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen gewann und 1993 den Abfahrts-Weltcup für sich entschied, ist 57 Jahre alt und hat sich nach seiner sportlichen Karriere auch in der Politik engagiert.

Die Insolvenz wurde von der Gesellschaft selbst beantragt. Der Geschäftsführer Markus Mitterrutzner, der zuvor Bundesgeschäftsführer der FPÖ war und im Umfeld der Signa-Gruppe gearbeitet hat, leitet das Unternehmen. Laut den Informationen war die letzte veröffentlichte Bilanz aus dem Jahr 2022 und das Unternehmen hat Schulden in Höhe von etwa 780.000 Euro. Die Hintergründe der Insolvenz sind derzeit noch unklar und es ist ungewiss, ob es der Insolvenzverwaltung gelingt, den Betrieb ohne Nachteile für die Gläubiger fortzuführen.

Finanzielle Lage und Geschäftsführer

Masterpiece Bike & Sport GmbH wurde erst 2021 gegründet und die Gesellschafter, die ebenfalls Mag. Thomas Rohregger und Patrick Ortlieb sind, haben die Stammeinlage vollständig einbezahlt. Mitterrutzner hat zudem Verbindungen zur inkompetenten Benko Privatstiftung, die mit der Insolvenz ebenfalls in Verbindung steht. Informationen über die Passiva sprechen von rund 1,2 Millionen Euro, und das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2022 einen Verlust von über 175.700 Euro ausgewiesen.

Nach Angaben des Kreditschutzverbandes KSV 1870, der die Insolvenz begleitet, wird eine Sanierung der Gesellschaft angestrebt. Bedingung dafür ist die Vorlage von Planungsunterlagen zur Liquiditäts-, Kosten- und Erlösentwicklung. Die zuständigen Stellen werden überprüfen, ob ein Sanierungsangebot angebracht ist.

Wirtschaftlicher Kontext

Die Insolvenz von Masterpiece Bike & Sport GmbH reiht sich in die steigende Anzahl von Unternehmensinsolvenzen in Österreich ein. In den ersten drei Quartalen 2024 wurden insgesamt 4.855 Insolvenzen registriert, was einem Anstieg von 23,5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders betroffen von den Firmenpleiten sind der Handel, die Bauwirtschaft und die Gastronomie. Im Vergleich zu den 27 Großinsolvenzen im Vorjahr gab es 60 Fälle, bei denen die Passiva jeweils über 10 Millionen Euro lagen.

Die wirtschaftliche Lage hat dazu geführt, dass immer mehr Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten ist auf 18.800 gestiegen, während auch die Zahl der Gläubiger mit rund 37.000 einen Höchststand erreicht hat. Prognosen deuten darauf hin, dass im gesamten Jahr 2024 mit rund 6.500 Firmenpleiten zu rechnen ist, was den steigenden Trend in Österreich verdeutlicht.