Marco Odermatt hat die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen gewonnen und damit ein starkes Zeichen gesetzt. Der Schweizer Athlet setzte sich in einem packenden Rennen vor seinem Teamkollegen Franjo von Allmen durch, der am Freitag den Super-G gewonnen hatte. Miha Hrobat aus Slowenien komplettierte das Podium auf dem dritten Platz. Im Ziel konnte Odermatt seine Freude kaum zurückhalten und rief: „This is my house!“, während die Fans lautstark seinen Namen skandierten: „Odi, Odi“.
In dieser Saison war dies ein besonders bemerkenswerter Sieg für Odermatt, da er zuvor im Super-G nur als Siebter abgeschlossen hatte. Der Sieg in Wengen war nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern auch ein Streckenrekord auf der längsten Abfahrt im Weltcup. Die deutschen Starter hingegen hatten weniger Glück, da Romed Baumann ausschied und Luis Vogt mit Platz 27 das Rennen beendete. Vogt gestand, dass er im Schlussteil des Rennens erschöpft war.
Kritik an der Durchführung
In der Diskussion um die Abfahrt wird jedoch auch die Belastung für die Athleten thematisiert. Marco Odermatt äußerte Bedenken hinsichtlich der Durchführung von zwei Rennen bei wichtigen Klassikern wie Wengen und Kitzbühel. Er befürchtet, dass dadurch die Bedeutung des Lauberhorn-Rennens leidet. Laut Watson wurden in Wengen ab dem 11. Januar 2024 insgesamt vier Rennen geplant, drei davon im Speed-Bereich, was zu erhöhter körperlicher und psychischer Belastung der Sportler führt.
Insbesondere Niels Hintermann beleuchtet die Problematik und beschreibt die verkürzte Abfahrt als kräftezehrend, mit einer Fahrtzeit von etwa 1:45 Minuten, die zu den längeren im Weltcup zählt. Hintermann kritisiert zudem die psychische Belastung durch die Komplexität solcher Events. Diese Sorgen teilen auch andere Athleten und Verantwortliche, die darauf hinweisen, dass die Durchführung des vierten Rennens nach intensiver Prüfung und in Absprache mit der FIS entschieden wurde.
Verletzungen und Ausblick
Ein weiterer dämpfender Faktor für die Veranstaltung war der Sturz von Vincent Kriechmayr aus Österreich, der kurz vor dem Ziel schwer stürzte und mit Verdacht auf eine Knieverletzung ins Krankenhaus geflogen wurde. Am kommenden Sonntag steht ein Slalom auf dem Programm, an dem Linus Straßer plant, um den Sieg zu kämpfen.
Vor dem Hintergrund dieser Diskussion wird nicht nur über die körperlichen Anforderungen an die Athleten nachgedacht, sondern auch über die Unterstützungssysteme jenseits der Konkurrenz. Eine Studie über soziale Unterstützung im Sport hat gezeigt, dass die Qualität der wahrgenommenen Unterstützung durch Trainer und Eltern während der Saison entscheidend für die Leistung ist. Die Ergebnisse regen dazu an, den Kontakt zwischen Athleten, Eltern und Trainern zu intensivieren, um positive Leistungseffekte zu erzielen, wie auf BISP dargelegt wird.