Am 15. März 2025 wurde die Kletterroute „Geheimer Schwob“ im Hochschwabgebirge Ziel eines außergewöhnlichen Vandalismusakts. Linksextremisten zerstörten die beliebte Route, indem sie alle Sicherungshaken mit einer Trennscheibe entfernten. Diese extreme Maßnahme wurde auf einer linksextremen Plattform dokumentiert, wo auch Fotos der Zerstörung sowie ein Bekennerschreiben veröffentlicht wurden. Herbert Kickl, der Bundesvorsitzende der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), war nicht nur Erstbegeher der Route, sondern auch mitverantwortlich für ihre Gründung im Jahr 2020.
Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Sebastian Schwaighofer reagierte auf die Zerstörung mit scharfer Kritik und bezeichnete den Vorfall als „Akt irrationaler Bösartigkeit“. Er hob zudem die potenziellen Gefahren für Bergsportler hervor, die durch das Fehlen der Sicherungspunkte entstanden. Schwaighofer vermutet hinter solch einem Ansinnen eine ideologische Motivation seitens der Linksextremisten, die die Zerstörung als Protest gegen eine angebliche Vereinnahmung der Berge durch die politische Rechte rechtfertigen.
Kritik und Reaktionen
In den sozialen Medien stieß die Zerstörung der Kletterroute auf breite Ablehnung. Viele Bergsportler und Nutzer machten deutlich, dass sportliche Aktivitäten wie das Klettern frei von politischen Statements sein sollten und dass die Zerstörung der Route letztendlich allen schadet. Schwaighofer bezeichnete diesen Vorfall als Beweis für die „Orientierungslosigkeit der linksextremen Szene“ und betonte, dass die FPÖ für Zusammenhalt und Identität stehe, während die Antifa „Hass und Zwietracht“ säe.
Diese Ereignisse werfen Fragen nach der Rolle von Ideologien im Sport auf. Robert Claus, der sich intensiv mit Gewalt und Rechtsextremismus im Sport befasst, zeigt, dass Sport eine Plattform für extremistische Tendenzen bieten kann. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ergab, dass 8% der Befragten eine deutliche rechtsextreme Orientierung aufweisen. Sportarten wie Kampfsport und Fußball ziehen besonders das Interesse der rechten Szene an, die diese Gelegenheiten nutzen, um Einfluss zu gewinnen und sich besser zu organisieren.
Sport und demokratische Werte
Angelika Ribler, Psychologin und Sportwissenschaftlerin, hebt die Bedeutung von Werten wie Toleranz, Respekt und Vielfalt innerhalb von Sportvereinen hervor. Um ein täterunfreundliches Umfeld zu schaffen, sollten solche Werte in der Vereinsarbeit aktiv gelebt werden. Ribler spricht sich zudem gegen Gesinnungsprüfungen neuer Mitglieder aus und betont, dass die Vereinsführung konsequent bei Vorfällen handeln sollte.
In Anbetracht der jüngsten Angriffes auf die Kletterroute stellt sich die Frage, wie Sportvereine sich ihrer gesellschaftlichen Rolle bewusst werden und wie sie der Gefahr von extremistischen Ideologien entgegenwirken können. Die Notwendigkeit einer parteipolitischen und gesellschaftspolitischen Neutralität von Sportvereinen wird immer drängender, insbesondere in Zeiten, in denen sportliche Aktivitäten zunehmend politisiert werden.