Am 20. März 2025 wurde Kirsty Coventry zur ersten Frau und ersten Afrikanerin gewählt, die das Amt der Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bekleiden wird. Coventry, eine berühmte Schwimmerin aus Simbabwe, setzte sich in einem geheimen Wahlgang mit 49 von 97 Stimmen gegen ihre Mitbewerber durch. Ihr Vorgänger, Thomas Bach, wird nun von ihr abgelöst. Juan Antonio Samaranch Jr. belegte mit 28 Stimmen den zweiten Platz, gefolgt von Sebastian Coe, der 8 Stimmen erhielt. Weitere Kandidaten waren David Lappartient, Prinz Feisal Al Hussein, Johan Eliasch und Morinari Watanabe.
Coventry unterstrich ihr Engagement, die Organisation mit Stolz zu führen und die IOC-Mitglieder zusammenzubringen. In den ersten sechs Monaten ihrer Amtszeit plant sie, verschiedene Ideen und Vorschläge der IOC-Mitglieder zu berücksichtigen. Ihre Wahl markiert einen bedeutenden Fortschritt, besonders in einem Gremium, das bis 1981 keine weiblichen Mitglieder hatte. Obwohl Coventry erst die zweite Frau ist, die für das IOC-Präsidentenamt kandidiert, hat sie mit ihrem Sieg nun realistische Chancen, die Rolle gendergerecht neu zu definieren.
Historische Entwicklungen im IOC
Die Wahl von Coventry fällt in eine Zeit, in der das IOC sich zunehmend für Gleichberechtigung im Sport einsetzt. Ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass bei den ersten Olympischen Spielen 1896 in Athen keine Frauen teilnehmen durften. Erst 1900 in Paris wurden die ersten Frauen in die Spiele aufgenommen, wobei damals 22 Sportlerinnen in vier Disziplinen antraten. Die erste Goldmedaille für Frauen im offenen Wettbewerb errang Helene de Pourtales.
Der damalige IOC-Präsident Baron Pierre de Coubertin war gegen Frauenwettbewerbe, was die Herausforderungen für Frauen im Sport verdeutlicht. Auf diese Situation reagierte Alice Milliat 1921 mit der Veranstaltung der ersten „Olympischen Frauenspiele“ in Monaco. Im Laufe der Jahre genehmigte das IOC verschiedene Wettbewerbe für Frauen, darunter Turnen und Fechten. Die Erlaubnis zum Frauen-Marathon im Jahr 1984 und die Einführung des Stabhochsprungs für Frauen im Jahr 2000 waren weitere Meilensteine.
Gleichheit im Sport
2024 wird das IOC bei den Olympischen Sommerspielen in Paris eine bemerkenswerte Premiere feiern: Erstmals werden Frauen und Männer in gleichen Zahlen an den Wettbewerben teilnehmen. Dies ist das Ergebnis intensiver Bemühungen, die Geschlechterparität im Sport zu erhöhen. Bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 betrug der Anteil der weiblichen Athleten 49%, und für das Jahr 2024 ist eine vollständige Gleichberechtigung im Wettkampf angestrebt.
Die Eröffnung neuer Möglichkeiten für Frauen im Sport wird durch Programme wie den „Women in Sport High Performance Pathway“ des IOC unterstützt, das darauf abzielt, Trainerinnen zu fördern. 2021 waren fast 49% der Olympioniken Frauen, und in mehreren Sportarten treten Männer und Frauen zusammen in Mixed-Wettbewerben an. Für die Förderung von Gleichstellung im Sport war der Anteil weiblicher IOC-Mitglieder, der heute bei 41% liegt, grundlegend.
Die Wahl von Kirsty Coventry ist ein weiterer Schritt in diese Richtung und lässt hoffen, dass die Olympischen Spiele noch inklusiver und gerechter werden. Mit ihrer Führung könnte die IOC-Strategie zur Frauenförderung endlich in neue Höhen geführt werden.
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