Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat sich in einem Interview mit dem „Tages-Anzeiger“ überraschend selbstkritisch über sein Umweltbewusstsein geäußert. Der vierfache Champion bezeichnete sich als „größten Heuchler“, wenn es um Umweltthemen geht, und erkannte an, dass er in der Vergangenheit einen erheblichen ökologischen Fußabdruck hinterlassen hat. Besonders durch häufige Reisen in der Business- und First-Class summierten sich seine Emissionen auf drastische Zahlen. Laut viply.de erreichte sein Treibhausgasausstoß zeitweise bis zu 400 Tonnen.

Vettel, der seit 2007 in der Schweiz lebt, hat seine Einstellung zum Reisen überdacht. Er stellte fest, dass der vermeintliche Verlust von Zeit durch langsameres Reisen mit Auto oder Bahn ein geringer Preis für die Umwelt ist. In den letzten Jahren reduzierte er seinen ökologischen Fußabdruck von 400 Tonnen auf 60 Tonnen, indem er das Fliegen weitestgehend vermeidet und stattdessen alternative Transportmittel nutzt.

Änderung des Lebensstils und Engagement für Nachhaltigkeit

Das Bewusstsein für Umweltthemen hat Vettel stark zum Umdenken bewegt. Er führt Buch über seine Emissionen und sucht aktiv nach Wegen, um nachhaltiger zu leben. Zudem setzt er sich seit seinem Rücktritt aus der Formel 1 verstärkt für Themen wie Nachhaltigkeit und Diversität ein. Am „Race of Champions“ in Sydney, wo er zusammen mit Mick Schumacher teilnahm, nutzte er die Gelegenheit, mit jungen Menschen über Kreislaufwirtschaft zu sprechen, und legt Wert darauf, das Umweltbewusstsein bei Kindern zu schärfen.

Bei seinen Überlegungen zur Nachhaltigkeit bezieht sich Vettel auch auf die Problematik von Fast Fashion und deren Auswirkungen auf den Planeten sowie auf die Menschen in der Produktionskette. Er hebt hervor, dass verwöhnte Bequemlichkeiten und übermäßiger Konsum die Umwelt erheblich belasten. Auch sein Rückzug aus der Formel 1 war in Teilen durch familiäre Verpflichtungen motiviert, da er mehr Zeit mit seinen kleinen Kindern verbringen möchte.

Der ökologische Fußabdruck im Fokus

Vettels Überlegungen stehen im Kontext des Konzepts des „ökologischen Fußabdrucks“, welches 1994 von William E. Rees und Mathis Wackernagel entwickelt wurde. Dieses Konzept misst den Ressourcenverbrauch und die Fähigkeit der Erde, Abfälle zu absorbieren. Laut nachhaltigkeit.info liefert der ökologische Fußabdruck wichtige Indikatoren für Nachhaltigkeit und gibt an, wie viele Planeten benötigt würden, wenn alle Menschen denselben Lebensstil wie eine bestimmte Bevölkerungsgruppe führen würden.

Die Erfahrungen und Lektionen, die Vettel in den letzten Jahren gesammelt hat, zeigen, dass jeder Einzelne, auch jemand in seiner privilegierten Position, einen Beitrag zur Reduktion von Emissionen leisten kann. In seinen Bemühungen, neue Lösungen zu finden und das Bewusstsein für wichtige Themen zu schärfen, bleibt er aktiv im Bereich Menschenrechte und Nachhaltigkeit und sucht darüber hinaus nach neuen Herausforderungen, die ihn begeistern.