In der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Ellwangen kam es am Mittwochabend, den 12. März 2025, und in der Nacht auf Donnerstag zu mehreren polizeilichen Einsätzen aufgrund von Bedrohungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Bewohnern. Laut einem Bericht der Schwäbischen Post wurde die Polizei gegen 19 Uhr gerufen, nachdem sechs Bewohner aufgrund eines Rauchverbots, das gegen einen Bewohner ausgesprochen worden war, eine körperliche Auseinandersetzung auf einem Mitarbeiter der Einrichtung folgten.

Die Situation eskalierte in der Nacht gegen 2:30 Uhr, als sich etwa 25 bis 30 Männer versammelten. Ein 35-Jähriger griff einen Sicherheitsmitarbeiter an, wurde jedoch schnell zu Boden gebracht. Die körperliche Bedrohung der Mitarbeiter führte dazu, dass sich die Sicherheitskräfte aufgrund ihrer Unterzahl zurückziehen mussten. In der Folge nahm die Polizei fünf Männer vorläufig fest; einige weitere Flüchtige sind ebenfalls zu verzeichnen. Helmut Schmidt, ein Anwohner, äußerte sich besorgt über die Vorfälle und forderte mehr Sicherheit für die Mitarbeiter und andere Bewohner.

Frühere Vorfälle in der LEA

Die Vorfälle in der LEA sind nicht isoliert. Am vorangegangenen Wochenende erlebte die Einrichtung ähnliche Störungen. In einer Berichterstattung der Schwäbischen De wurde bekannt, dass es in der Montagnacht zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Bewohnern im Alter von 21 und 23 Jahren kam, die sich gegenseitig verletzten. Zudem wurden am Samstagabend Sicherheitsmitarbeiter von zwei weiteren Bewohnern angegriffen, wobei die Angreifer bei Eintreffen der Polizei bereits fixiert waren.

Diese Entwicklungen werfen Fragen bezüglich des Schutzes von Bewohnern in Flüchtlingsunterkünften auf. Das Bundesfamilienministerium verfolgt mit Initiativen wie der „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ eine proaktive Strategie zur Gewährleistung der Sicherheitsstandards in solchen Einrichtungen. Diese Initiative, die bereits 2016 ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, besonders schutzbedürftige Menschen zu unterstützen und Sicherheitsstandards zu entwickeln, die in den Unterkünften umgesetzt werden müssen. Laut den Vorgaben müssen unter anderem Frauen und vulnerable Gruppen wie Minderjährige, Personen mit Behinderungen und Opfer von Gewalt besonderen Schutz erhalten. Mehr dazu ist auf der Website des Bundesfamilienministeriums zu finden.

Die fortlaufenden Auseinandersetzungen in der LEA verdeutlichen eine besorgniserregende Situation, die nicht nur die Sicherheit der Beschäftigten, sondern auch die der anderen Bewohner gefährdet. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Gegebenheiten in der Einrichtung zu verbessern und die Sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.