Ein besorgniserregender Vorfall ereignete sich am Flughafen Avalon nahe Melbourne, Australien. Ein 17-Jähriger betrat am Donnerstag, dem 7. März 2025, ein Flugzeug der Airline Jetstar Airways, ausgerüstet mit einer geladenen Schrotflinte. Die Ereignisse entwickelten sich schnell, als der Teenager, der sich als Flughafenmitarbeiter verkleidet hatte, über ein Loch im Sicherheitszaun auf das Flughafengelände gelangte.

Der Vorfall ereignete sich während des Boarding für den Jetstar-Flug 610 nach Sydney, an dem etwa 150 Passagiere teilnahmen. Glücklicherweise blieb niemand verletzt. Der Teenager, der beim Betreten des Flugzeugs angab, Bomben in seiner Tasche zu haben, wurde von der Besatzung und mehreren mutigen Passagieren überwältigt. Ein Passagier, der als ehemaliger Profiboxer identifiziert wurde, handelte schnell, als er die Waffe entdeckte und den Angreifer bis zum Eintreffen der Polizei festhielt. Für seine Tapferkeit wird er mit „lebenslangen Freiflügen“ belohnt.

Sicherheitsmaßnahmen und rechtliche Konsequenzen

Nach den dramatischen Ereignissen wurde der 17-Jährige am Freitag wegen mehrerer Straftaten angeklagt, darunter Gefährdung der Sicherheit eines Flugzeugs, Besitz einer Schusswaffe und falsche Bombendrohung. Aufgrund der Schwere der Vorwürfe bleibt er in Untersuchungshaft und wird voraussichtlich vor einem Kindergericht erscheinen. Polizeipräsident von Victoria, Michael Reid, erklärte, dass ohne das umgehende Eingreifen des Passagiers die Situation möglicherweise schlimmer hätte enden können.

Der Geschäftsführer des Flughafens Avalon, Ari Suss, betonte, dass man in enger Zusammenarbeit mit der Polizei nun die Sicherheitsvorkehrungen verstärken werde. Premierminister Anthony Albanese hat die Sicherheit an den australischen Flughäfen verteidigt und betont, dass trotz dieses Vorfalls die Sicherheitsstandards hoch seien. Dennoch bleibt die Frage nach der Wirksamkeit der bestehenden Waffengesetze in Australien im Raum.

Waffenrecht in Australien

Australien hat strenge Waffengesetze, die durch tragische Ereignisse in der Vergangenheit, wie das Massaker von Port Arthur 1996, motiviert wurden. Nach diesem Vorfall, bei dem 35 Menschen getötet wurden, führte der damalige Premierminister John Howard innerhalb von zehn Tagen umfassende Waffengesetze ein. Käufer müssen heute ihre Eignung nachweisen und ein Sicherheitstraining absolvieren. Ein allgemeines Gefühl der Bedrohung reicht nicht aus, um eine Waffe zu erwerben, was maßgeblich dazu beigetragen hat, die Zahl der schusswaffentoten seitdem um die Hälfte zu senken.

Die aktuelle Situation wirft nun erneut die Effektivität dieser Gesetze auf und führt zu Diskussionen über die Sicherheit an Flughäfen und die Handhabung solcher Vorfälle. All diese Entwicklungen zeigen, dass die Frage der Waffensicherheit und des öffentlichen Schutzes in Australien weiterhin ein heißes Thema ist.

Für weitere Informationen über den Vorfall und dessen Hintergründe lesen Sie bnn.de, n-tv.de und deutschlandfunk.de.