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Politik

Vornamen-Forschung enthüllt: Ausländerfeindlichkeit oder völkische Stimmungsmache?

Stephan Bothes obsessive Suche nach Namen und Figuren

In der Silvesternacht 2022/23 kam es in mehreren Städten in Niedersachsen zu Krawallen, wobei 35 Tatverdächtige von der Polizei registriert wurden. Stephan Bothe, ein niedersächsischer AfD-Abgeordneter, wollte wissen, wie viele der Tatverdächtigen Ausländer waren. Die Landesregierung informierte ihn darüber, dass fast die Hälfte der 35 Personen einen deutschen Pass und keine weitere Staatsangehörigkeit hatten. Bothe forderte daraufhin eine Liste der Vornamen der 19 tatverdächtigen Deutschen.

Die Landesregierung hat jedoch die Beantwortung dieser ungewöhnlichen Anfrage abgelehnt, was vom Niedersächsischen Staatsgerichtshof in einem Urteil bestätigt wurde. Bothe und seine Rechtsberater erlitten damit eine Niederlage, und es wurde deutlich, dass es sich um ein erbärmliches politisches Schmierentheater handelte.

Die AfD zeigt bereits seit längerer Zeit Interesse an den Vornamen von Verdächtigen, was in einem ähnlichen Fall eines Abgeordneten in Berlin sichtbar wurde, der erfolglos vor dem Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin klagte. Dies deutet auf völkische Stimmungsmache hin, da die AfD darauf abzielt, Bürger aufgrund ihrer Zuwanderungsgeschichte zu unterschiedlichen betrachten.

Es ist wichtig zu betonen, dass Deutsche mit fremd klingenden Vornamen nicht automatisch Ausländer sind, sondern vielmehr auf eine völkische Atmosphäre abzielen. Dieses Denken und Handeln der AfD wird als charakterlos und rückständig angesehen, insbesondere in einer Zeit, in der Deutschland eine der größten Exportnationen der Welt ist. Die Richtung, in die jemand strebt, ist entscheidend, nicht die Herkunft.

Die Gründer des global erfolgreichen Unternehmens Biontech in Mainz haben beispielsweise fremd klingende Vornamen wie Ugur und Özlem. Die Anerkennung und Politik sollten nicht an Namen, sondern an Fähigkeiten und Leistungen gemessen werden. Es gibt zahlreiche Beispiele von herausragenden Leistungen in Deutschland, unabhängig von der Herkunft der Person.

Es wird deutlich, dass wahre Helden unterschiedlicher Herkunft in Deutschland existieren. Beispiele wie Mohamad Al Hasan, Kushtrim Hetemi und Senad Bajraj zeigen, dass Zivilcourage und Heldentum keine Grenzen kennen. Statt nach fremd klingenden Namen zu fragen, sollte der Fokus darauf liegen, Menschen für ihre Taten und nicht für ihre Herkunft zu würdigen und zu respektieren.

Lena Bauer

Lebt in Stuttgart und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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