In Washington wird der Name Trump einen Tag vor der Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump lautstark gefeiert. Trotz des kalten Winterwetters strömen zahlreiche Anhänger in die Stadt, viele von ihnen tragen rote Käppis mit dem Slogan „Make America Great Again“ (MAGA). Besonders markant ist der Disco-Hit „Y.M.C.A.“ der Village People, der häufig durch die Straßen schallt und bereits in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle bei Trumps politischen Auftritten gespielt hat.
Die Village People selbst werden am Rande der Vereidigung auftreten, unter anderem bei einer Veranstaltung der rechtskonservativen Organisation Turning Point Action. In einem Facebook-Post hat Leadsänger Victor Willis betont, dass sie Musik ohne politischen Bezug spielen wollen. Diese Aussage spiegelt die ambivalente Beziehung der Band zu Trump wider, da er ihre Songs während seines Wahlkampfs oft als Stimmungsmacher genutzt hat. Ursprünglich äußerten die Village People Unmut über die unautorisierte Verwendung ihrer Musik in einem politischen Kontext, akzeptierten letztlich jedoch die Situation.
Die Bedeutung des Songs „Y.M.C.A.“
„Y.M.C.A.“ gilt nicht nur als ein beliebter Disco-Hit, sondern hat sich zu einer inoffiziellen Hymne der LGBTQ+-Community entwickelt. Das Lied beschreibt das Leben rund um die Young Men’s Christian Association und interpretiert das als einen Raum für homosexuelle Männer – ein Konzept, das zur Zeit der Veröffentlichung 1978 tabuisiert war. Willis hat zwar in der Vergangenheit die LGBTQ+-Interpretation seines Liedes zurückgewiesen, doch die Symbolkraft bleibt bestehen.
Allerdings ist die Verbindung des Songs mit Trump paradox, da seine Partei häufig Positionen vertritt, die die Rechte der LGBTQ+-Community einschränken. Im Oktober 2020 benutzte Trump den Song bei einer politischen Rally zur Feier seiner Genesung von COVID-19, was gemischte Reaktionen vor allem aus der Band auslöste. Im zuvor erwähnten Facebook-Post erklärten die Village People, dass ihre Musik inklusiv sei und sie sich wünschen würden, dass sie aus der Politik herausgehalten werde.
Die Geschichte der Village People
Die Village People wurden 1977 vom französischen Produzenten Jacques Morali gegründet und zielen darauf ab, die Subkulturen der Schwulengemeinschaft in New York City repräsentativ darzustellen. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum erreichte ein Top 20-Ranking der Billboard 200-Charts und mit „Y.M.C.A.“ als bedeutendem Hit prägten sie die Kulturlandschaft der späten 1970er und frühen 1980er Jahre.
Die Band ist bekannt für ihre extravaganten Kostüme und ihre dynamischen Auftritte, die Figuren wie den Bauarbeiter, den Polizisten und den Cowboy umfassen. Diese Charaktere symbolisieren eine Form der Selbstbestimmung. Heute, Jahre nach dem ersten internationalen Erfolg, bleibt die Musik der Village People ein fester Bestandteil der Popkultur, die weiterhin in Filmen, TV-Shows und Werbespots zu hören ist. Ihre Themen beschäftigen sich nicht nur mit Freude und Feier, sondern auch mit gesellschaftlichen Herausforderungen und der Förderung von Einheit und Akzeptanz.
Die bevorstehende Amtseinführung und die Rolle der Village People sind somit nicht nur ein Aufeinandertreffen von Politik und Musik, sondern auch ein bedeutendes Beispiel für die komplexen Beziehungen zwischen kulturellen Ikonen und politischen Figuren.
tz.de berichtet über die aktuelle Situation in Washington. Weitere Details zur Verbindung zwischen Donald Trump und den Village People findet man in Vanity Fair. Die Geschichte der Village People und ihre kulturelle Relevanz werden umfassend auf Roam Bliss dargestellt.