Eine aktuelle Umfrage von Parship und Innofact zeigt, dass politische Ansichten beim Dating und in Partnerschaften oft zu Spannungen führen können. Laut den Ergebnissen der Umfrage, die im Januar 2025 durchgeführt wurde, haben 44% der Deutschen eine Beziehung mit AfD-Wählern ausgeschlossen. Diese Zahl steigt auf 49% bei den Frauen. Außerdem würde jeder fünfte Befragte (20%) eine Beziehung mit Sympathisanten des Bündnisses Sahra Wagenknecht ablehnen. Auch die Wähler anderer Parteien werden unterschiedlich stark abgelehnt: 19% der Befragten lehnen Grüne-Wähler ab, während 12% die CDU/CSU-Anhänger und 10% die FDP-Anhänger meiden würden. Dies betrifft eine Umfrage mit 1.016 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren, wie [Süddeutsche] berichtet.

In einer weiteren Umfrage, die vom 10. bis 13. Januar 2025 von DatingTrend.de und Appinio unter 1.000 Teilnehmern aus der Altersgruppe 16 bis 65 Jahren durchgeführt wurde, gaben 31,9% der Befragten an, dass politische Differenzen für sie beim Dating ein Ausschlusskriterium darstellen. Hierbei sind Frauen mit 33,2% konsequenter als Männer (30,6%). Besonders kritische Stimmen kommen gegen die AfD: 37,9% lehnen ein Date mit einem AfD-Wähler strikt ab, wobei die Ablehnung unter Frauen (41,4%) höher ist als bei Männern (34,4%). Diese Umfrage hebt die Relevanz von politischen Ansichten beim Dating hervor und belegt, dass die politische Einstellung für viele Befragte ein bedeutender Faktor ist.

Kompromissbereitschaft und Toleranz

Trotz der weit verbreiteten Ablehnung zeigen 65% der Befragten laut der Parship-Umfrage eine große Kompromissbereitschaft, wenn es um unterschiedliche politische Einstellungen geht, solange die Chemie zwischen den Partnern stimmt. Während 59% der Gesamtheit der Befragten der Meinung sind, dass Politik beim Dating nicht viel zu suchen hat, ist die Toleranz jedoch geringer bei Frauen (59%) im Vergleich zu Männern (71%). In der Umfrage von DatingTrend.de gaben 51,7% an, dass sie bereit wären, auch bei unterschiedlichen politischen Ansichten ein Date fortzusetzen, sofern andere Werte übereinstimmen.

Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass 30,9% der Teilnehmer der Umfrage von DatingTrend.de die politische Einstellung eines potenziellen Partners egal ist, was darauf hindeutet, dass nicht alle Befragte starke Vorurteile haben oder eine politische Übereinstimmung für notwendig halten. Nur 18,2% der Befragten betrachten das Vorhandensein ähnlicher politischer Ansichten als entscheidend für eine Beziehung. In diesem Zusammenhang hat die Umfrage auch gezeigt, dass es einen hohen Anteil an Pragmatismus gibt, der besagt, dass viele Menschen bereit sind, über Differenzen hinwegzusehen.

Diskussion über Politik als Beziehungstest

Die Meinungen zu politischen Themen, so die Ergebnisse der Umfragen, können als Filter für gemeinsame Werte fungieren. 80% der Befragten kennen die politischen Ansichten ihrer Partner und 62% teilen ihre Wahlentscheidung mit. Dennoch haben 26% der Paare unterschiedliche politische Einstellungen, kommen aber gut damit zurecht. In einer weiteren Umfrage von Fittkau und Maaß für ElitePartner wurde festgestellt, dass 14% ein plötzlicher Wechsel in der Wahlentscheidung als einen möglichen Trennungsgrund sehen.

Insgesamt zeigt sich, dass Politik beim Dating nicht nur ein Tabuthema ist, sondern auch die Chancen auf solide Beziehungen beeinflussen kann. Der Dialog über politische Ansichten könnte sogar die Beziehungen stärken, indem er eine tiefere Verbindung zwischen den Partnern schafft. Diese gesellschaftlichen Trends verdeutlichen die Komplexität moderner Partnerschaften und die Rolle der politischen Überzeugungen in persönlichen Beziehungen.