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Online-Organspende-Register allein reicht nicht: Mehr Aufklärung und Widerspruchslösung nötig

In Deutschland warten knapp 8400 Menschen auf ein neues Organ, während im Jahr 2023 nur 965 Spender registriert wurden. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, wird nun auch in Deutschland ein Online-Organspende-Register eingeführt, in dem Personen ab 16 Jahren ihre Bereitschaft zur Organspende rechtssicher dokumentieren können. Dies soll nicht nur die Klarheit für Angehörige erhöhen, sondern auch die Identifizierung potenzieller Spender erleichtern.

Die Einführung des Online-Registers allein wird jedoch nicht ausreichen, um die Zahl der Organspender signifikant zu erhöhen. Vielmehr wird eine umfassende Aufklärungsarbeit und möglicherweise eine Änderung des Organspende-Gesetzes von einer erweiterten Zustimmungslösung zur Widerspruchslösung gefordert. Bei einer Widerspruchslösung wäre jeder automatisch als Organspender registriert, es sei denn, er hat zu Lebzeiten widersprochen oder ein Angehöriger tut dies nach seinem Tod.

Ein Vergleich mit Ländern wie Spanien zeigt, dass eine Widerspruchslösung zu einer signifikanten Verkürzung der Wartezeit auf Spenderorgane führen kann. Während in Spanien die Wartezeit auf eine Spenderniere im Schnitt nur ein Jahr beträgt, sind es in Deutschland derzeit acht bis zehn Jahre.

Es bleibt abzuwarten, ob die Einführung des Online-Organspende-Registers in Deutschland zu einer steigenden Zahl an Organspendern führen wird oder ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, um den Bedarf an Spenderorganen zu decken.

| Land | Organspenden pro Jahr | Wartezeit auf Spenderorgan |
|--------------|------------------------|----------------------------|
| Deutschland | 965 | 8-10 Jahre |
| Spanien | 2466 | 1 Jahr |

Es ist ersichtlich, dass es in Spanien durch eine Widerspruchslösung deutlich mehr Organspenden pro Jahr gibt und die Wartezeit auf ein Spenderorgan signifikant kürzer ist im Vergleich zu Deutschland. Dies zeigt, dass eine Änderung des Organspende-Gesetzes in Deutschland möglicherweise erforderlich ist, um die Situation zu verbessern.



Quelle: BERLINER MORGENPOST / ots

Martin Schneider

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