Richard „Mörtel“ Lugner, der prominente österreichische Bauunternehmer und ein Dauergast in der Klatschpresse, ist am 19. August 2024 im Alter von 91 Jahren in Wien gestorben. Er lebte zuletzt in einer Villa in Wien-Döbling. Lugner wurde am 11. Oktober 1932 geboren und hinterlässt als Vater von vier Kindern einer farbenfrohen Vergangenheit, die gespickt war mit zahlreichen Beziehungen und seinem legendären Auftritt beim Wiener Opernball, für den er bekannt war.

In seiner langjährigen Karriere war Lugner vor allem für seine Begabung, prominente Damen als Begleitungen zum Wiener Opernball zu gewinnen, berüchtigt. Zu seinen Gästen gehörten Größen wie Pamela Anderson im Jahr 2003 und Priscilla Presley im Jahr 2024. Der jährliche Auftritt beim Opernball wurde für den Bauunternehmer zu einem markanten Lebensaspekt, der ihm reichlich Medienaufmerksamkeit einbrachte und seinen Status als eine Ikone Österreichs festigte.

Familie und Ehen

Richard Lugner war insgesamt sechsmal verheiratet: Seine erste Ehefrau war Christina „Mausi“ Haidinger (1990-2007), gefolgt von Bettina „Hasi“ Kofler (2008, 10 Monate) und Sonja Schönanger, auch bekannt als „Käfer“ (verstorben 2023, einige Monate). Seine vierte Beziehung, mit Nina „Bambi“ Bruckner (2009), wurde nie offiziell bestätigt. Lugners fünfte Ehe mit Anastasia „Katzi“ Sokol dauerte von 2010 bis 2013 und 2014 heiratete er Cathy „Spatzi“ Schmitz, mit der er bis 2016 verheiratet war. Seine letzte Partnerschaft ging im Juni 2024 eine Ehe mit Simone „Bienchen“ Reiländer ein, die 49 Jahre jünger war. Richard Lugner hinterlässt zudem vier Kinder: Jacqueline, Nadine, Alexander und Andreas.

Seine Beziehungen waren nicht nur romantischer Natur, sondern auch häufig auf die Medien zugeschnitten. So gab es 2023 Gerüchte über seine Begleitung für den Opernball, Jane Fonda, und in der darauffolgenden Zeit trat eine private Begleitung namens Elisabeth, 44 Jahre alt, in sein Leben, die er seit März 2021 kannte.

Berufliche Erfolge und Kontroversen

Die berufliche Laufbahn von Richard Lugner begann bei einer Wiener Baufirma, 1962 erhielt er seine Baumeisterkonzession und gründete sein eigenes Unternehmen. Er war bekannt für die Renovierung von Altbauten, darunter die Wiener Moschee und den Stadttempel der jüdischen Kultusgemeinde Wien. Lugners Bauunternehmen wurde zum größten gewerblichen Bauunternehmer in Wien. 1990 eröffnete er das Einkaufszentrum Lugner City, das damals das siebtgrößte in Österreich war. Obwohl sein Vermögen auf etwa 80 Millionen Euro geschätzt wird, belasteten Schulden in Höhe von 40 Millionen Euro sein Unternehmen.

Weitere Auftritte in der Öffentlichkeit beinhalteten die Realitätsshow „Die Lugners“ und regelmäßige Auftritte in verschiedenen Fernsehsendungen. Er stellte auch seine musischen Talente mit der Single „I bin der Lugner (olé olé)“ unter Beweis, die 2010 in den österreichischen Charts Platz 29 erreichte.

Politische Ambitionen

Lugner versuchte sich auch in der Politik. Er kandidierte sowohl 1998 als auch 2016 für das Amt des Bundespräsidenten und erhielt 1998 10 Prozent der Stimmen. Seine politischen Ambitionen und öffentlicher Wirbel um seine Persönlichkeit machten ihn zu einem umstrittenen aber gleichzeitig bewunderten öffentlichen Charakter in Österreich.

Am 31. August 2024 wurde eine Trauerfeier zu seinen Ehren im Wiener Stephansdom abgehalten, gefolgt von der Beisetzung auf dem Grinzinger Friedhof. Richard „Mörtel“ Lugner war eine schillernde Figur, deren Lebensweg und Engagement in der Öffentlichkeit weiterhin im Gedächtnis der Menschen bleibt.

Für weitere Informationen über Richard Lugner und sein Leben lesen Sie mehr hier: Rosenheim24, SWP, und Wikipedia.