Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu wird am 4. Februar 2025 das Weiße Haus besuchen. Diese Reise kennzeichnet ihn als den ersten ausländischen Führer, der sich nach der zweiten Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump mit ihm trifft. Die Einladung wurde am 28. Januar 2025 von der israelischen Regierung bestätigt. In den letzten Wochen hat Trump kontroverse Vorschläge geäußert, darunter die Idee, die Bevölkerung Gazas nach Jordanien und Ägypten zu verlagern, die von regionalen Führern zurückgewiesen wurde.

Trump beansprucht den Verdienst an einem Waffenstillstand in Gaza, der am Tag vor seiner Amtseinführung in Kraft trat. Dieser Waffenstillstand stoppte vorübergehend die Kämpfe und führte zur Freilassung von sieben israelischen Geiseln sowie Hunderten palästinensischer Gefangener. Der Waffenstillstand ermöglichte vielen Palästinensern die Rückkehr in das nördliche Gaza. Derzeit ist die Lage in der Region angespannt, was durch Netanyahus Androhung eines möglichen Rückkehrs zum Krieg verstärkt wird.

US-Unterstützung und Militärhilfe

Die USA liefern bedeutende Militärhilfe an Israel, und Trump hat vor kurzem die Genehmigung für die Übertragung von 900 kg schweren Bomben an Israel erteilt, die zuvor von seinem Vorgänger Joe Biden ausgesetzt waren. Netanyahu dankte Trump für dessen Unterstützung und betonte, dass Israel sich selbst verteidigen müsse. Trump pflegt eine pro-israelische Politik und hat unter anderem die US-Botschaft nach Jerusalem verlegt und Israels Ansprüche auf die Golanhöhen anerkannt. In seiner Amtsantrittsrede erklärte Trump, er wolle ein „Friedensstifter und Einiger“ sein.

Steven Witkoff, Trumps Sondergesandter für den Nahen Osten, wird am Mittwoch ein Treffen mit Netanyahu in Israel haben. Dies geschieht im Zusammenhang mit Verhandlungen zwischen israelischen und Hamas-Vertretern, die darauf abzielen, den aktuellen Waffenstillstand in Gaza zu festigen und die Austauschprozesse für Geiseln und palästinensische Gefangene zu erleichtern. Witkoff spielte eine entscheidende Rolle bei der Aushandlung des ursprünglichen Waffenstillstands zwischen Israel und Hamas und arbeitete dabei mit der Biden-Administration sowie mit Katar und Ägypten zusammen, bevor Trump sein Amt antrat. Der Waffenstillstand ist seit zehn Tagen in Kraft und hat sich weitgehend gehalten, obwohl es kürzlich einige Herausforderungen gab.

Spannungen und Verhandlungen in der Region

Die israelische Regierung gab bekannt, dass die Bewegungen von Palästinensern in das nördliche Gaza bis zur Vorlage eines Plans von Hamas zur Freilassung der Zivilgeisel Arbel Yehud eingeschränkt bleiben. Der Streit wurde beigelegt, als Hamas bestätigte, dass Yehud und andere Geiseln in dieser Woche freigelassen würden, woraufhin Israel vertriebenen Palästinensern die Rückkehr in den Norden Gazas ab Montag gestattete. Witkoff plant auch einen Besuch im Gazastreifen und hat angedeutet, dass er an einem Inspektionsteam teilnehmen möchte.

Der Konflikt in der Region ist von historischen Dimensionen und wird durch die anhaltende militärische und politische Unterstützung der USA für Israel geprägt. Diese Unterstützung reicht bis zur Anerkennung Israels als unabhängigen Staat im Jahr 1948 zurück. Israel hat sich in Konflikten mit arabischen Nachbarstaaten auf die USA verlassen, um militärische und politische Unterstützung zu erhalten, insbesondere während des Sechstagekriegs und des Jom-Kippur-Kriegs. Die Situation spiegelt die komplexen geopolitischen Dynamiken wider, die den Nahen Osten prägen, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklungen im Gaza-Streifen.

Die Biden-Administration steht unter Druck, die humanitäre Krise in Gaza anzugehen, während sie gleichzeitig Israels Recht auf Selbstverteidigung unterstützt. Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse die bevorstehende Begegnung zwischen Trump und Netanyahu erzeugen wird und wie sich die Dynamiken im Nahen Osten weiterentwickeln.

Für detaillierte Informationen besuchen Sie gerne die Artikel auf Al Jazeera, New York Times und Modern Diplomacy.