Am 11. März 2025 stimmen die Bürger Grönlands über die Besetzung des regionalen Parlaments ab. Die Wahl hat nicht nur lokale, sondern auch internationale Bedeutung, insbesondere vor dem Hintergrund des gestiegenen Interesses der USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump. Grönland, die größte Insel der Welt mit etwa 56.600 Einwohnern, gehört weiterhin zum Königreich Dänemark, hat jedoch seit 1979 einen Autonomiestatus, der 2009 erweitert wurde.

Der Ausgang der Wahl könnte tiefgreifende Auswirkungen auf die politische Landschaft der Insel haben. Die Inuit Ataqatigiit (IA), die bei der letzten Wahl 2021 die stärkste Kraft war, setzt sich für mehr Unabhängigkeit von Dänemark ein. Laut aktuellen Umfragen befürworten etwa 84% der Grönländer eine Unabhängigkeit, jedoch unter der Bedingung, dass keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen. Gleichzeitig zeigt eine Umfrage, dass nur 8% glauben, dass Grönland derzeit zur Unabhängigkeit bereit sei.

Internationale Aufmerksamkeit und Rohstoffe

Die Wahl fällt in eine kritische Phase der Beziehungen zu Dänemark, Europa und insbesondere den USA. Donald Trump hat mehrfach öffentlich bekundet, dass die USA Grönland „auf die eine oder andere Weise“ erwerben möchten. Dieses Interesse hängt eng mit den reichhaltigen Rohstoffvorkommen der Insel zusammen, darunter Öl, Gas, Uran, Zink und Seltene Erden. Trump bot zudem amerikanische Investitionen in Milliardenhöhe an, um Arbeitsplätze in Grönland zu schaffen. Sein Sohn, Donald Trump Junior, besuchte Grönland im Januar 2025, was in Kopenhagen für Unmut sorgte, da die Betreiber des Landes dies als Eingriff in die grönländische Politik werten.

Die autonome Regierung unter Ministerpräsident Múte Bourup Egede betont hingegen das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer und stellt klar, dass die Insel nicht zum Verkauf steht. Egede kritisierte Trumps Äußerungen als mangelnden Respekt gegenüber der grönländischen Demokratie und appellierte an die Zusammenarbeit innerhalb der grönländischen Gesellschaft.

Politische Landschaft und Wahlsystem

Sechs Parteien treten zur Wahl an, darunter die Inuit Ataqatigiit (IA), die erwartungsgemäß eine starke Rolle im Parlament molden wollen. Der Parlamentsbau in Nuuk besteht aus 31 Sitzen, die alle vier Jahre gewählt werden. Die aktuelle Regierung setzt sich aus den Parteien IA und Siumut zusammen, die beide die Unabhängigkeit Grönlands unterstützen. Nach den Wahlen plant Siumut ein Unabhängigkeitsreferendum; Parteichef Erik Jensen hofft, innerhalb der nächsten Wahlperiode eine Abstimmung darüber durchführen zu können.

Grönland erhält jährlich etwa 4 Milliarden Dänische Kronen (540 Millionen Euro) von Dänemark, was fast der Hälfte des Haushalts entspricht. Aus einem neuen Gesetz geht hervor, dass Grönland anonyme und ausländische Parteispenden verboten hat, um die politische Integrität zu schützen und ausländischen Einflussnahmen entgegenzuwirken.

Der Wahltag rückt näher: Die Wahllokale schließen um 23 Uhr deutscher Zeit, und erste vorläufige Ergebnisse werden in der Nacht auf den 12. März erwartet. Beobachter erwarten, dass das Thema Unabhängigkeit unabhängig vom Wahlergebnis auf die Agenda gesetzt wird, da Grönland weiterhin ein wichtiges geopolitisches Interesse für die globalen Mächte darstellt.

Für weitere Informationen können die Artikel von fr.de, merkur.de und sn.at besucht werden.