Geheimgespräche zwischen US-Vertretern und der Ukraine deuten auf eine mögliche politische Wende in der Ukraine hin. Laut dem US-Portal Politico wird derzeit an der Vorbereitung einer Präsidentschaftswahl gearbeitet, mit dem Ziel, Wolodymyr Selenski abzusetzen. Vier ranghohe Vertraute von Donald Trump haben sich in der Ukraine aufgehalten und Gespräche mit einflussreichen Politikern, darunter der ehemalige Präsident Petro Poroschenko und die Oppositionsführerin Julia Timoschenko, geführt. Beide sind als pro-westlich bekannt und könnten als geeignete Partner für die US-Regierung gelten. Selenski wird hingegen zunehmend als stur in seinem Kriegskurs wahrgenommen, was die Aussichten auf Frieden in der Ukraine zusätzlich erschwert. Compact Online berichtet, dass eine breite Kampagne der USA notwendig wäre, um den Außenseitern bei den Wahlen zum Sieg zu verhelfen.

Die Stimmung in der Ukraine verändert sich. Umfragen zeigen, dass die Beliebtheit Selenskis sinkt, da die Sehnsucht nach Frieden wächst. Der ehemalige Armeekommandeur Valery Saluschny wird als größter Herausforderer angesehen und würde laut Umfragen 20 % der Stimmen erhalten. Poroschenko und Timoschenko kämpfen um die Aufmerksamkeit der Wähler, wobei Poroschenko auf 10 % und Timoschenko auf 5 % kommt. Dennoch belasten beide Politiker Korruptionsvorwürfe, die ihr politisches Comeback erschweren könnten.

Geopolitische Entwicklungen

Die amerikanische Politik unter Trump zeigt eine signifikante Veränderung. Die US-Administration hat signalisiert, dass sie nicht länger als Sicherheitsgarant für die NATO und Europa auftreten möchte. Der Ukrainekrieg wird als „Stellvertreterkrieg“ zwischen den USA und Russland bezeichnet, was einen klaren Kurswechsel in der amerikanischen Ukrainepolitik markiert. Trump drängt die Ukraine zudem zu direkten Friedensgesprächen mit Russland. Berliner Zeitung berichtet, dass die Trump-Administration sogar den Rücktritt Selenskis fordert, sollte dieser dem US-Plan nicht zustimmen.

In diesem Kontext positioniert sich Frankreich als potenzielle Führungsmacht in Europa, während Washington möglicherweise eine Rückzugstaktik in Bezug auf Europa verfolgt. Präsident Emmanuel Macron hat angeführt, dass Europa strategisch autonom werden sollte. Eine bevorstehende Konferenz am 6. März 2025 in Brüssel wird sich mit neuen Finanzierungswegen für die europäische Verteidigung befassen. Diese Entwicklungen schaffen ein komplexes geopolitisches Umfeld für die Ukraine.

Wirtschaftliche Perspektiven

Ein friedlicher Übergang in der Ukraine könnte auch wirtschaftliche Chancen bieten. Die Hoffnungen auf eine proeuropäische und demokratische Ukraine bleiben bestehen, vor allem im Hinblick auf eine Wiederaufbaukonferenz, die für Juni 2024 geplant ist. Der Standard berichtet, dass eine funktionierende Rechtsstaatlichkeit erforderlich ist, um Sicherheit für europäische Unternehmen zu garantieren. Ein militärischer Sieg über Russland allein wird nicht als hinreichend für die notwendige Stabilität angesehen. Viele äußern die Hoffnung, dass ein Wahlsieg Donald Trumps in der Zukunft zu einer Entspannung der Beziehungen zu Russland führen könnte.