Politik

Die Zukunft des Heizens: Wasserstoff als grüne Energieressource

Die Zukunft des Heizens: Wasserstoff als klimafreundliche Alternative

Heizen und Kochen mit Wasserstoff sind bisher noch nicht alltäglich, doch ein Experiment des Verteilnetzbetreibers Netze BW zeigt, dass es durchaus möglich ist. In einer Kleinstadt östlich von Heilbronn wurde eine Wasserstoffinsel geschaffen, indem 26 Haushalte und das örtliche Firmengelände vom Erdgasnetz getrennt und mit Wasserstoff versorgt wurden. Das Experiment verlief problemlos, und die angeschlossenen Gasheizungen und Gasherde konnten problemlos mit dem Mischgas betrieben werden.

Um mögliche Bedenken auszuräumen, wurde zunächst nur die eigene Betriebsstätte mit dem Mischgas versorgt, bevor die 26 Haushalte angeschlossen wurden. Während des Projekts wurden den Anwohnern die Gasrechnungen erlassen, was zur Akzeptanz des Experiments beitrug. Es gab keine Versorgungsunterbrechungen, und die Kunden merkten keinen Unterschied zu reinem Erdgas. Nun plant Netze BW, den Wasserstoffanteil in der Gasversorgung schrittweise auf 100 Prozent zu erhöhen, was jedoch einen langwierigen Prozess darstellt, da alle Geräte wasserstofftauglich gemacht werden müssen.

Die langfristige Vision ist es, ab 2040 reinen Wasserstoff durch die Erdgasnetze fließen zu lassen, um die Wärmeversorgung zu unterstützen. Ob der Gas-Wasserstoff-Mix eine nachhaltige Lösung darstellt, ist noch unklar, da Wasserstoff derzeit noch knapp ist. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Technologie weiterentwickelt und ob Wasserstoff in Zukunft eine wichtige Rolle in der Heizungsbranche spielen wird.

Lena Bauer

Lebt in Stuttgart und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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