Politik

Björn Höcke kämpft in Greiz um sein Mandat

Ein strategischer Schachzug: Warum Höcke seinen Wahlkreis gewechselt hat

Björn Höcke, der AfD-Landeschef von Thüringen, hat entschieden, seinen Wahlkreis zu wechseln und nun in Greiz anzutreten. Dieser Schritt wird vor allem vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Thüringen gesehen, bei der Höcke möglicherweise ein Mandat verwehrt bleiben könnte. Sein Gegenkandidat von der CDU wirft ihm vor, die Region lediglich für seine eigene politische Karriere zu nutzen.

Höcke, als radikalster Vertreter der rechtsextremen Partei AfD bekannt, wechselt von seinem bisherigen Eichsfelder Wahlkreis nach Greiz. Laut Aussagen des Parlamentarischen Geschäftsführers der AfD-Landtagsfraktion, Torben Braga, könnte dieser Schritt auf wahltaktische Überlegungen zurückzuführen sein. Höcke hat bisher im Eichsfeld Schwierigkeiten gehabt, direkt zu gewinnen, weshalb ein erfolgreicher Wahlkreissieg in Greiz von großer Bedeutung für ihn wäre.

Sollte Höcke auch in Greiz scheitern, besteht die Möglichkeit, dass er kein Mandat erhält und über Umwege in den Landtag einziehen muss. Die AfD befürchtet demnach, dass ihr Spitzenvertreter keinen direkten Einzug schafft. Die Situation wäre für Höcke „sehr peinlich“, so die Einschätzung eines Thüringen-Kenners.

Insbesondere im Eichsfeld hat Höcke bisher nicht auftrumpfen können, da die Dominanz der CDU in der Region stark gewachsen ist. Sein Gegenkandidat bei der letzten Wahl erhielt 49 Prozent der Stimmen, was auf die tief verwurzelte Verbindung zur CDU in diesem katholisch geprägten Gebiet zurückzuführen ist. In Greiz stellen sich jedoch auch für Höcke Herausforderungen, da die CDU dort stark aufgestellt ist und auch unterstützt wird.

Die CDU-Kritik an Höcke nimmt zu, was zu Spannungen im Wahlkampf führt. Die Strategie der CDU konzentriert sich darauf, die lokale Verbundenheit in den Vordergrund zu stellen, während Tischner Höcke als „westdeutschen Zugereisten“ bezeichnete. Der Wahlkreiswechsel und die Wahlkampfstrategien der verschiedenen Parteien verdeutlichen die Bedeutung der bevorstehenden Landtagswahl in Thüringen.

Lebt in Stuttgart und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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