Im Zoo von Nyíregyháza haben die beiden männlichen Eisbären-Jungen, die im November geboren wurden, ihre erste tierärztliche Untersuchung erfolgreich bestanden. Diese fand vor knapp einer Woche statt und verlief zwar turbulent, jedoch zufriedenstellend für die jungen Tiere und ihre Mutter, das elfjährige Weibchen Snezhana, die im Jahr 2017 aus dem Moskauer Zoo kam. Die beiden Eisbärenjungen wiegen jeweils 14 Kilogramm und wurden dabei zum ersten Mal seit ihrer Geburt von ihrer Mutter getrennt, was bei Snezhana zu unruhigen Reaktionen führte, darunter Heulen und Klopfen gegen das Gehege. Glücklicherweise durfte sie ihre Jungen nach der Untersuchung wieder in die Höhle begleiten.
Die Geburt der Eisbärenjungen wurde von Zoo-Kameras dokumentiert und fand am 27. November 2022 in einer Höhle statt. In diesen ersten Lebensmonaten wachsen die Eisbären schnell durch die nahrhafte Muttermilch mit einem Fettgehalt von 31 Prozent. Bei der Geburt wogen die Jungen nur etwa 0,6 Kilogramm und erreichen im Alter von drei bis vier Monaten ein Gewicht von 7 bis 11 Kilogramm. In der Regel bleiben Eisbärenjungen für eine Dauer von etwa zwei Jahren bei ihrer Mutter, um die Lebensweise und den Alltag der Eisbären zu erlernen.
Tierärztliche Untersuchung mit Geschlechtsbestimmung
Die tierärztliche Untersuchung umfasste unter anderem eine Geschlechtsbestimmung und eine Impfung der beiden Jungtiere. Eisbären sind in der Natur stark von ihrem Lebensraum abhängig, der sich hauptsächlich auf Meereis und angrenzende Landmassen rund um den Nordpol erstreckt. Leider ist die Lebensgrundlage dieser majestätischen Tiere durch den Klimawandel bedroht. Schätzungen zufolge gibt es zwischen 22.000 und 31.000 Eisbären weltweit, deren Bestände aufgrund der schmelzenden arktischen Eisflächen und anderer Umwelteinflüsse zurückgehen.
Eisbären sind mit den Herausforderungen des Klimawandels konfrontiert, was sich negativ auf ihre Überlebenschancen auswirkt. Laut der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) wird ein Rückgang der Eisbärenpopulation um mehr als 30 Prozent in den nächsten 45 Jahren prognostiziert. Während einige Unterpopulationen stabil sind oder sogar wachsen, schrumpfen andere, was auf große regionale Unterschiede hinweist. Vor allem die Eisbären der Westlichen Hudson Bay sind gut erforscht, wo das Meereis früher aufbricht und somit die Jagd- und Lebensbedingungen der Bären beeinflusst.
Ein Symbol für den Klimawandel
Eisbären haben sich zu einem Symbol für die Auswirkungen des Klimawandels entwickelt, nicht zuletzt aufgrund des immer wieder in den Medien gezeigten Eisbären Knut. Zudem wurde 2008 von der US-Regierung die Art als bedroht eingestuft. Trotz der Bemühungen um ihren Schutz bleibt die Herausforderung bestehen, wie sich zunehmende Umweltveränderungen auf ihre Population auswirken werden. Laut aktuellen Daten leiden Eisbären unter abnehmenden Körpergewichten und steigenden Sterblichkeitsraten bei Jungtieren.
Insgesamt stellt die Kombination aus tierärztlicher Überwachung im Zoo und dem aufmerksamen Blick auf die Gefahren in der Natur sicher, dass sowohl die Jungen in Nyíregyháza als auch die Eisbärenpopulation insgesamt bestmöglich unterstützt werden. Die Eisbären sind auf die Schaffung eines stabilen ökologischen Gleichgewichts angewiesen, um weiterhin in ihrer Heimat überleben zu können.
Für weitere Informationen über die ersten Schritte der Eisbärenjungen im Zoo, können Sie unser-mitteleuropa.com besuchen. Details zur tierärztlichen Untersuchung finden sich bei ungarnheute.hu. Informationen über die Bedrohungen des Lebensraums der Eisbären können Sie auf klimafakten.de nachlesen.