Am 9. März 2025 feiert der Kölner „Tatort“ mit dem Titel „Colonius“ Premiere. Dieser spannende Kriminalfilm beleuchtet die Schatten der Vergangenheit, während gleichzeitig das pulsierende Lebensgefühl der 90er Jahre in den Fokus rückt. Die Geschichte entfaltet sich rund um eine Raveparty, bei der das Mädchen Gina verschwand. Sie ist eine zentrale Figur, die mit den Freunden Meike, Christian, René und Alex verbunden ist, die sich seit der schicksalhaften Nacht auseinandergelebt haben.
Der Colonius, der Fernsehturm von Köln, mit einer Höhe von 266 Metern und 1981 fertiggestellt, spielt eine entscheidende Rolle in diesem Krimi. In den frühen 90er Jahren war er bereits Schauplatz von legendären Skydance-Partys, die die damals aufblühende Techno-Szene repräsentierten. Ermittler Ballauf und Schenk, die im 93. Fall ihrer Reihe in die Welt der Technobeats eintauchen, haben die Aufgabe, den mysteriösen Tod von Alex zu klären, der unter mysteriösen Umständen in seiner Wohnung aufgefunden wurde.
Die Dynamik der Vergangenheit
In „Colonius“ verknüpfen sich zwei parallel geschnittene Erzählebenen, die in Bezug auf Rhythmus und Farbe sehr unterschiedlich sind. Während die Kommissare im Präsidium die Beweislage analysieren und die emotionale Eskalation zwischen den Ermittlern dokumentiert wird, kommt es zu einem spannenden Handgemenge, inszeniert mit energiegeladenen Klangfiltern der Technomusik.
Eine Schlüsselfigur ist die Spurensicherungs-Expertin Natalie Förster, die die Wohnung des Opfers untersucht und durch das Öffnen einer Sounddatei auf dem Computer des Verstorbenen in einen Trancezustand versetzt wird, während sie alleine im Spusi-Anzug tanzt. Diese emotionale Verbindung zur Musik, die in Kölscher Mundart verwurzelt ist, wird von der Inszenierung des Films clever genutzt, um das Lebensgefühl der 90er einzufangen.
Die Rückkehr der 90er und soziale Themen
Die Anspielungen auf die vergessenen Fehler der Generation Techno und die Themen Party und Drogennebel aus dem Jahr 1993 werden im Kontext der heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen greifbar. Der Kölner „Tatort“ dient dabei nicht nur als Kriminalgeschichte, sondern auch als Liebeserklärung an eine Stadt, die in der Vergangenheit lebendige Geschichten geschrieben hat, wie sie auch in Hermann Rheindorfs Buch „Kölle on Camcorder“ (1990-2000) dokumentiert sind.
Dort wird die Entwicklung Kölns als boomende Einkaufs- und Medienstadt skizziert, die nicht nur mit beeindruckenden Luftaufnahmen, sondern auch mit Sozialelementen und kulturellen Mustern, wie dem ersten Christopher Street Day, aufwartet. Der Film bezieht so seine Kraft aus den Koordinaten von Vergangenheit und Gegenwart und beschreibt zugleich die anhaltende Lebenszufriedenheit in Köln, wo über 90 Prozent der Einwohner ihre Zufriedenheit als gut oder sehr gut bewerten.
Der „Tatort: Colonius“ wird als aufregender Großstadt-Thriller gefeiert, in dem die enge Verknüpfung von persönlichen Tragödien und der urbanen Kultur Kölns auf eindringliche Weise beleuchtet wird. Die zentrale Rolle von Vanessa Loibl, die Svenja, die Tochter von Christian und Gina, spielt, unterstreicht die intergenerationalen Spannungen und Bindungen, die durch die entflohene Vergangenheit verdeutlicht werden.
Der Kölner „Tatort“ ist also nicht nur ein Kriminalfall, sondern eine faszinierende Reise durch eine Zeit und eine Stadt, die die Zuschauer sowohl fesselt als auch zum Nachdenken anregt. „Tatort: Colonius“ läuft am 9. März 2025 um 20.15 Uhr im Ersten, und die Vorfreude auf diese gelungene Kombination aus Krimi und Zeitreise könnte nicht größer sein.
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