In der syrischen Stadt Hama, die eine lange Geschichte der Rebellion aufweist, können die Bewohner seit der Befreiung von Bashar al-Assads Regime endlich öffentlich trauern. Besonders im Kontext des Massakers von 1982, das im Februar von dem damaligen Präsidenten Hafez al-Assad angeordnet wurde, ist dies von Bedeutung. Während des Massakers verloren schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Menschen, darunter ganze Familien, ihr Leben. Assad’s Bruder, Rifaat, führte die Streitkräfte, die viele junge Männer hinrichteten und willkürliche Bombenangriffe durchführten, berichtet Al Jazeera.

Nach dem Massaker herrschte in Hama eine Kultur des Schweigens, da die Furcht vor Repressalien des Regimes dominant war. Dies änderte sich jedoch Dramatisch, als die Stadt Teil der Proteste gegen das Regime während des Arabischen Frühlings 2011 wurde. Diese Proteste, die aus friedlichen Demonstrationen hervorgingen, wurden brutal niedergeschlagen, was zu mehr als 100 Toten führte. Der Syrienkrieg, der seit 2011 andauert, hat das Land durch eine Vielzahl ethnischer und religiöser Spannungen weiter gespalten. Die Ursprünge der Kämpfe liegen in friedlichen Protesten, die gegen das Assad-Regime gerichtet waren und in der Eskalation von Gewalt mündeten, wie geschichte-abitur.de erläutert.

Die Wende in Hama

Am 28. November 2024 erlebte Hama einen Wendepunkt, als eine Offensive der Rebellen die Stadt befreite. Dies geschah im Gefolge der Befreiung von Aleppo und beschleunigte den Sturz von Bashar al-Assad. Mit dem Fall des Regimes begannen die Bewohner, die Ereignisse von 1982 zu gedenken. Sie begannen damit, Porträts der Opfer des Massakers öffentlich zu zeigen. Nofal Nofal, ein örtlicher Fotograf, präsentierte erstmals Bilder der Zerstörungen, die das Massaker hinterlassen hatte, in einer Ausstellung, die sowohl von christlichen als auch muslimischen Religionsvertretern besucht wurde. Dies war ein bedeutender Moment des Gedenkens und des Trauerns.

Die Stadt Hama ist symbolisch für den langen Kampf der Syrer gegen ein tyrannisches Regime und die schrecklichen Auswirkungen, die viele Komplexitäten des Bürgerkriegs mit sich brachten. Obwohl die Proteste gegen die Regierung mit dem Ziel der Demokratisierung begannen, haben sich die ursprünglichen Ziele inmitten der Eskalation des Konflikts verändert. Die Intervention zahlreicher ausländischer Akteure hat die Situation zusätzlich kompliziert und einen Stellvertreterkrieg geschaffen.

Ein Erinnerungsprozess beginnt

Die Kluft und die Konflikte in Syrien sind von tiefen historischen, ethnischen und religiösen Gräben geprägt, in denen sunnitische, schiitische und weitere Gruppen gegeneinander antreten. Die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft haben zu weiteren Spannungen geführt, während Milizen, einschließlich der Freien Syrischen Armee, kaum Einigkeit erzielen konnten. Der syrische Bürgerkrieg hat bis heute über eine halbe Million Menschenleben gefordert und eine massenhafte Flüchtlingskrise ausgelöst, die Europa stark betroffen hat.

Die aktuellen Entwicklungen in Hama bieten den Bewohnern Hoffnung auf eine neue Zukunft, in der sie frei trauern und die Erinnerung an die Vergangenheit bewahren können. Hama steht heute nicht nur für die Wunden der Geschichte, sondern auch für einen Neuanfang in einem Land, das nach Jahren des Krieges und der Unterdrückung nach Heilung und Wandel strebt.