Die US-Regierung hat die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) beauftragt, die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sofort zu beenden. Dieser unerwartete Schritt, von dem Experten überrascht sind, könnte erhebliche negative Auswirkungen auf die weltweite Eindämmung von Infektionskrankheiten haben. Besonders besorgniserregend ist die Situation in Afrika, wo die Bekämpfung von Krankheiten wie dem Marburg-Virus oder Mpox zusätzliche Herausforderungen erfahren könnte. John Nkengasong, ein Vertreter der CDC, gab in einer Mitteilung an die leitenden Mitarbeiter bekannt, dass alle Aktivitäten, die in Verbindung zur WHO stehen, eingestellt werden müssen.
Nach Erhalt der Anweisung sind die Mitarbeiter, die mit der WHO kooperierten, aufgefordert worden, auf weitere Instruktionen zu warten. Wenn es nach den Anweisungen geht, ist es jetzt untersagt, die Büros der WHO aufzusuchen. Dies geschieht vor dem Hintergrund laufender Überwachungsmaßnahmen von Vogelgrippe-Ausbrüchen unter US-Nutztieren, was die Dringlichkeit der Situation weiter verdeutlicht. Ob diesen Entwicklungen auch eine offizielle Rückkehr zur vorherigen Zusammenarbeit folgen wird, bleibt abzuwarten.
Wachsendes Unbehagen unter Experten
Die Entscheidung zur Beendigung der Kooperation mit der WHO überrascht Fachleute, die auf die Bedeutung einer globalen Gesundheitsstrategie hinweisen. Während weltweit an der Bekämpfung von Epidemien gearbeitet wird, ist ein solches Vorgehen als riskant einzustufen. Präsident Donald Trump hatte bereits eine Exekutivanordnung erlassen, die als Grundlage für den Rückzug der USA aus der WHO angesehen werden kann. Allerdings ist ein Austritt aus der WHO nicht so leicht, da er die Zustimmung des Kongresses erfordert und auch finanzielle Verpflichtungen wahrgenommen werden müssen. Es gilt eine Kündigungsfrist von einem Jahr, was bedeutet, dass die derzeitige Situation wohl nicht einfach umkehrbar ist.
Die WHO, die am 7. April 1948 gegründet wurde, verfolgt das Ziel, eine bessere, gesündere Zukunft für Menschen weltweit zu schaffen. Zu ihren Aufgaben gehört es, nationale Gesundheitssysteme zu stärken und den Zugang zu medizinischer Versorgung zu fördern. Die Organisation spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen wie Ebola, Cholera und COVID-19 und konnte beispielsweise während des Ebola-Ausbruchs in Westafrika zwischen 2014 und 2015 als Koordinator agieren. Die Bundesregierung hat die WHO und Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen in der Vergangenheit mit Spezialisten und Material unterstützt.
Erfolge und Herausforderungen der WHO
Ein großer Erfolg der WHO ist die Bekämpfung von Infektionskrankheiten durch Impfungen, die jährlich Millionen von Kindersterben und Behinderungen verhindern. Die WHO war erfolgreich darin, die Pocken 1979 durch umfassende Impfaktionen auszurotten. Auch die globale Kampagne zur Ausrottung von Polio wird von der WHO koordiniert, obwohl Polio weltweit noch nicht eliminiert ist.
Die Finanzierung der WHO erfolgt durch Pflicht- und freiwillige Beiträge der Mitgliedsstaaten. Der Pflichtanteil Deutschlands lag beispielsweise 2021 bei 31 Millionen US-Dollar. Insgesamt müssen die 194 Mitgliedstaaten für zwei Jahre über eine Milliarde US-Dollar an Pflichtbeiträgen aufbringen, während das Haushaltsvolumen für 2022-2023 rund 6,12 Milliarden US-Dollar beträgt. Freiwillige Beiträge sind oft zweckgebunden und spielen eine Wesentliche Rolle bei der Realisierung der Projekte, wie dem GAVI-Projekt, das auch von der Bill and Melinda Gates Foundation unterstützt wird.
Die WHO wird von mehr als 8.000 Mitarbeitern unterstützt und hat ihren Hauptsitz in Genf. Sie ist in sechs Regionen mit Regionalbüros sowie mehr als 150 Länderbüros aufgeteilt. Das höchste Entscheidungsorgan der WHO ist die Weltgesundheitsversammlung, an der Vertreter aller 194 Mitgliedstaaten teilnehmen. Der Exekutivrat der WHO, bestehend aus 34 von Regierungen benannten Vertretern, steuert die Organisation zwischen den jährlichen Sitzungen der Versammlung.
Weitere Informationen zur Arbeit der CDC und ihren Impfprogrammen finden Sie auf der offiziellen Webseite der CDC: CDC Impfpläne.
Für zusätzliche Details zur Rolle der WHO in der globalen Gesundheitspolitik besuchen Sie bitte diese Seite: Bundesregierung zur WHO.
Für eine umfassende Berichterstattung über den Stopp der Kooperation lesen Sie den Artikel auf MAZ Online.