In Schorndorf ist ein alarmierender Anstieg der Infestation von Misteln zu verzeichnen. Diese Halbparasiten, die Wasser und Nährstoffe von Wirtspflanzen entziehen, haben in der Region zunehmend Fuß gefasst. Die Zentrale Dienste Schorndorf und lokale Vereine setzen verschiedene Maßnahmen in Gang, um dieser Problematik entgegenzuwirken.
Misteln, insbesondere die Weißbeerige Mistel (Viscum album), gehören zur Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae) und sind als Halbschmarotzer bekannt. Sie können zwar selbst Fotosynthese betreiben, entziehen jedoch ihren Wirtsbäumen entscheidende Nährstoffe. Starker Mistelbefall kann für Bäume sogar tödlich sein, weshalb die Bekämpfung dieser Pflanzen immer wichtiger wird.
Ökologische Auswirkungen und Bekämpfungsmaßnahmen
Die ökologische Bedeutung von Misteln ist zweigeteilt: Einerseits sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel während des Winters, andererseits stellen sie eine ernste Bedrohung für die Vitalität befallener Bäume dar. Starker Befall kann nicht nur die Belaubungsdichte und Feinastbildung beeinträchtigen, sondern auch das Brechen von Ästen durch das Gewicht der Mistelkugeln verursachen. Ein geringer Befall hat hingegen oft keine negativen Auswirkungen auf gesunde Bäume.
Um der Ausbreitung entgegenzuwirken, empfehlen Experten frühzeitige Bekämpfungsmaßnahmen. Die häufigste Methode besteht darin, die Mistelkugel sowie den befallenen Ast zu entfernen. Alternativ kann auch nur die Mistelkugel entfernt werden, was baumschonender ist. Weitere Maßnahmen umfassen das Abdecken der Misteln mit lichtundurchlässiger Folie, obwohl diese Methode eher geringe Erfolge erzielt.
Wachstums- und Fortpflanzungseigenschaften
Misteln wachsen sehr langsam; in den ersten drei Jahren bilden sie nur zwei Blätter. Erst ab dem vierten Jahr verdoppeln sie ihre Blätter jährlich und können bis zu 70 Jahre alt werden. Es gibt verschiedene Unterarten der Weißbeerigen Mistel, darunter die Laubholz-, Tannen- und Kiefern-Mistel, die jeweils unterschiedliche Baumarten befallen. Besonders gefährdet sind Ahorn, Pappel und Apfelbäume, die häufig von Laubholz-Misteln befallen werden.
Die Verbreitung erfolgt durch Vögel, die die klebrigen Beeren fressen und dabei die Samen verteilen. Dies zeigt auf, dass die Bekämpfung von Misteln nicht nur das Wohl der Bäume betrifft, sondern auch tiefere ökologische Zusammenhänge aufwirft. Ein gewisses Maß an Misteln ist nicht nur tolerierbar, sondern kann auch zur Biodiversität beitragen.
Zusammengefasst bleibt festzuhalten, dass die Zunahme von Misteln in Schorndorf eine ernstzunehmende Herausforderung für die Stadt ist. Die Maßnahmen der Stadt und der Vereine sind von zentraler Bedeutung, um die Ausbreitung zu kontrollieren und die Gesundheit der Bäume langfristig zu sichern. Weitere Informationen zur Bekämpfung und Pflege von Stadtbäumen können dem vollständigen Leitfaden auf der Seite GALK entnommen werden.