Gesundheit

Giftiges positives Denken: Die Balance zwischen guten und schlechten Gedanken finden

Warum negative Gedanken wichtig sind: Die unterschätzte Kraft der Dunkelheit in unserem Geist

Immer positiv denken? Nicht unbedingt. Das dauerhafte Ablehnen negativer Gedanken und Gefühle kann die Bewältigung von Herausforderungen erschweren. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Gedanken zu finden, ist entscheidend. Der Begriff „Toxic Positivity“ beschreibt das übertriebene Streben nach ständiger positiver Stimmung und Optimismus. Es ist wichtig zu verstehen, warum negative Gefühle eine wichtige Rolle spielen und warum übermäßig positive Gedanken uns eher schaden als nützen.

Dorothee Salchow, Coach in Hamburg und Dozentin der Gesellschaft für Positive Psychologie, betont die Bedeutung der Anerkennung und Akzeptanz negativer Emotionen. Während die Menschen oft gut über positive Gefühle informiert sind, werden negative Emotionen häufig vernachlässigt. Es ist von essenzieller Bedeutung, die gesamte Bandbreite an Gefühlen zuzulassen, um einen ganzheitlichen emotionalen Zustand zu erreichen.

Das Unterdrücken negativer Gefühle ist keine Lösung, sondern kann zu einer verstärkten Rückkehr dieser Emotionen führen. Es ist wie ein Ball, den man unter Wasser drückt – früher oder später taucht er mit noch größerer Kraft wieder auf. Die ständige Unterdrückung negativer Emotionen kann zu einem Teufelskreis führen und zusätzlichen Stress verursachen. Negative Gefühle sind nicht nur ein Gegensatz zu positiven Emotionen, sondern dienen auch als wichtige Hinweise darauf, dass etwas im Inneren nicht stimmt.

In der evolutionären Historie haben Emotionen wie Angst, Wut und Scham eine entscheidende Schutzfunktion für Menschen erfüllt. Diese Gefühle dienten als Warnsignale und Hinweisgeber für potenzielle Gefahren oder soziale Risiken. Auch in der modernen Zeit sind negative Emotionen von Bedeutung, da sie uns darauf aufmerksam machen, dass etwas von besonderem Interesse oder wichtig ist. Es ist ratsam, einem negativen Gefühl angemessene Aufmerksamkeit zu schenken, jedoch nicht zu viel, um eine angemessene Balance zwischen positiven und negativen Emotionen aufrechtzuerhalten.

Die sozialen Medien tragen oft zu einem verzerrten Bild bei, indem sie hauptsächlich positive Darstellungen präsentieren. Dieser Anschein von Perfektion kann zu einem verstärkten Streben nach ständiger Positivität führen und die Akzeptanz negativer Emotionen erschweren. Um eine gesunde Balance zwischen positiven und negativen Gefühlen zu finden, ist Achtsamkeit ein effektiver Ansatz. Indem man im Moment präsent ist und alle Emotionen akzeptiert, ohne in Grübeleien zu verfallen, kann man ein harmonisches emotionalen Gleichgewicht erreichen.

Gesundheit News Telegram-Kanal

Dr. Sarah Weber

Dr. Sarah Weber ist eine anerkannte Gesundheitsexpertin mit fundiertem Wissen in Bereichen wie Ernährung, präventive Medizin und Gesundheitspolitik. Sie hat Medizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin studiert und ist Fachärztin für Innere Medizin. Sarah schreibt regelmäßig für führende Gesundheitsmagazine und ist als Beraterin für mehrere Gesundheitsorganisationen tätig. Sie ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zu aktuellen Gesundheitsthemen verfasst. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit hält Dr. Weber Vorträge und Workshops und ist häufig als Expertin in Gesundheitssendungen zu sehen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich für gemeinnützige Organisationen, die sich auf Gesundheitsaufklärung spezialisieren.
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"