Die aktuellen politischen Spannungen in der Ukraine erreichen einen neuen Höhepunkt. Am 6. März 2025 berichten zahlreiche Quellen über die zunehmenden Konflikte innerhalb der Kiewer Macht-Nomenklatura. Insbesondere die Beziehungen zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko, sind angespannt. Klitschko hat Selenskyjs Machtstruktur offen kritisiert, während in der Gesellschaft das Vertrauen in politische Akteure schwindet, was laut bpb eine zentrale Herausforderung darstellt.
Die Meinungsumfragen zeigen, dass Klitschko nur das Vertrauen von 45 Prozent der Befragten genießt, während 51 Prozent ihn für nicht vertrauenswürdig halten. Im Gegensatz dazu erhielt Selenskyj im Februar nur noch 64 Prozent Zustimmung von der Bevölkerung. Der Streit zwischen den beiden führt zu einem Vertrauensverlust, der sich auch in Unmut über umstrittene Bauprojekte in Kiew äußert.
Politische Unruhe und Krisensituationen
Der Krieg in der Ukraine befindet sich an einem Wendepunkt, während einige Länder öffentlich gegen neue EU-Kriegshilfen für die Ukraine Stellung beziehen. Dies geschieht jedoch oft im Stillen, was die Schwierigkeiten der Ukraine, ihren Konflikt zu finanzieren, noch deutlicher macht. Trumps Vertraute führen Gespräche mit ukrainischen Parteien über mögliche Wahlen und die Beendigung des Krieges. In diesem Zusammenhang wird auch Waleri Saluschnyj, der ehemalige Oberkommandierende der ukrainischen Streitkräfte, als möglicher Herausforderer Selenskyjs genannt. Er ist seit Mai 2024 Botschafter in London.
Die Verwirrung über Selenskyjs Ablehnung von Trumps Waffenstillstandsangebot schürt die kritischen Stimmen, die ihn als Haupthindernis für den Frieden betrachten. Währenddessen haben viele Spitzenpolitiker in der Ukraine Angst, Selenskyjs Kontakte zu Trump öffentlich zu kritisieren, was die Unsicherheit in der politischen Landschaft weiter verstärkt.
Das Vertrauen der Bürger und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Politisches Vertrauen ist ein entscheidender Faktor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, besonders in Zeiten von Krieg, wie t-online berichtet. Davor war der gesellschaftliche Zusammenhalt in der Ukraine niedrig. Infolge der Kriegsereignisse hat sich eine neue staatsbürgerliche Identität entwickelt, die als Reaktion auf die russische Aggression gewachsen ist. Laut einer Umfrage des Kyjiwer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) vertrauten die ukrainischen Streitkräfte im Dezember 2022 96 Prozent der Befragten, ein immenser Anstieg von 72 Prozent im Vorjahr.
Selenskyj, der es geschafft hat, das Vertrauen der Bürger von 27 Prozent auf 84 Prozent zu steigern, sieht sich nun in der Kritik. Die Probleme mit Klitschko und die Unruhe in der Stadt Kiew tragen zu diesem wachsenden Misstrauen bei.
Der anhaltende Krieg stellt nicht nur eine militärische Herausforderung dar, sondern auch eine politische. Die Stabilität der Entwicklungen ist eng verbunden mit der Situation an der Front und der Dauer des Konflikts. Die Ukraine steht vor der Möglichkeit, ihre alte postsowjetische Vergangenheit hinter sich zu lassen und demokratische Fortschritte zu realisieren, um einen neuen politischen Kurs einzuschlagen.