Die Türkei hat angekündigt, eine 200 Kilometer lange Mauer an der Grenze zu Griechenland zu errichten, um die illegale Einwanderung in die Europäische Union zu stoppen. Laut Unser Mitteleuropa sollen bis zum Jahr 2025 etwa 8,5 Kilometer dieser Mauer fertiggestellt werden. Diese Maßnahme folgt dem Trend der türkischen Regierung, die seit einigen Jahren Zäune an ihren Grenzen zu Iran und Syrien errichtet hat.

Die Grenze zu Griechenland ist besonders entscheidend, da sie eine zentrale Route für Migranten darstellt, die auf dem Land- und Seeweg in die EU gelangen wollen. Im Jahr 2016 hatte die EU ein Abkommen mit der Türkei geschlossen, um die Migration über diese Grenze zu regulieren. Dieses Abkommen wurde von der EU mit einer finanziellen Unterstützung von einer Milliarde Euro an die Türkei bis Ende 2024 begleitet, um die Migrantenkrise einzudämmen.

Geplante Bauabschnitte und Migration

Besonders hervorzuheben ist, dass der Gouverneur der türkischen Provinz Edirne, die an die EU-Mitgliedsländer Griechenland und Bulgarien grenzt, den Bau der Mauer selbst angekündigt hat. Neben den bereits erwähnten 8,5 Kilometern sind zudem weitere Abschnitte entlang der gesamten Grenzlänge geplant, um die Überquerung durch Migranten zu erschweren. Es wird jedoch berichtet, dass trotz dieser Maßnahmen weiterhin viele Migranten versuchen, die Grenze zu überwinden, häufig unter extrem gefährlichen Bedingungen, was zu tragischen Todesfällen führen kann. Deutschlandfunk dokumentierte diese Situation in einem kürzlich ausgestrahlten Beitrag.

Aktuell leben schätzungsweise 3,2 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei, was den Druck auf das Land und die EU weiterhin erhöht. Während sich die Türkei auf den Bau der Mauer konzentriert, plant auch Griechenland, den Bau eines eigenen Grenzzauns fortzusetzen, der bereits 2012 begonnen wurde. Athen hat angedeutet, die Kosten hierfür könnten durch EU-Mittel oder eigene Mittel gedeckt werden.

Europäische Migrationstrends

Im weiteren Kontext der Flüchtlingskrise hat die EU-Kommission neue Migrationspartnerschaften ins Leben gerufen, die insbesondere auf afrikanische Staaten abzielen. Neun Länder, darunter Jordanien, Libanon und Tunesien, werden zunächst angesprochen, um Fluchtursachen zu bekämpfen und die irreguläre Migration nach Europa zu mindern. Maßnahmen sollen Verträge zur Rücknahme illegaler Migranten, die Bekämpfung von Menschenschmuggel und die Sicherung der Grenzen umfassen. In diesem Zusammenhang wurde auch ein langfristiger Investitionsplan vorgestellt, der bis zu 31 Milliarden Euro mobilisieren soll. Dies wird durch Welt detailliert beschrieben.

Zusätzlich wird die EU neue Wege schaffen, um legale Migration zu fördern, unter anderem durch die Einführung einer attraktiveren Blue Card für hochqualifizierte Migranten. Diese soll die Integration von Flüchtlingen unterstützen, da die Aufgabe der Integration vorwiegend bei den Mitgliedstaaten liegt, welche die EU finanziell unterstützen kann.