Am 20. Januar wird Donald Trump sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten antreten und hat bei einer Pressekonferenz in Mar-a-Lago 13 Tage vorher bereits deutliche Zeichen seiner bevorstehenden Außenpolitik gesetzt. Die Ankündigungen markieren eine gravierende Wende in der US-Diplomatie, insbesondere im Vergleich zur Biden-Administration. Trump erklärte, dass er den Golf von Mexiko in den „Golf von Amerika“ umbenennen wolle, was als Symbol für einen aggressiven amerikanischen Imperialismus gedeutet wird. Zudem drohte er verbündeten Staaten mit Erhöhung von Strafzöllen und dem Einsatz militärischer Mittel, um die Interessen der USA durchzusetzen. Auf die Nachfrage zum Thema des Kaufs von Grönland und der Kontrolle über den Panama-Kanal ließ Trump sogar den militärischen Zwang nicht unkommentiert.
Trump deklarierte, dass die Grenze zwischen Kanada und den USA eine „künstlich gezogene Linie“ sei und äußerte den Wunsch, Kanada als 51. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten eingliedern zu wollen. Ausdruck seiner transaktionalen Diplomatie ist zudem der Plan, von NATO-Partnern künftig 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben einzufordern, während die USA selbst nur 3,5 Prozent aufbringen. Experten für Außenpolitik erwarten nun eine Rückkehr zu einer Strategie, die die amerikanische Wirtschafts- und Militärmacht betont, wobei Trump auf Abschreckung, transaktionale Beziehungen zu Verbündeten und aggressive Diplomatie mit Gegnern setzen wird, um den Einfluss der USA weltweit zu stärken.
Schlüsselthemen der außenpolitischen Doktrin
Die Schlüsselthemen von Trumps geplanter Außenpolitik sind klar definiert: Zunächst soll die US-Abschreckung wiederhergestellt werden. Trump beabsichtigt, die militärische Stärke der USA global zu bekräftigen und diese zur Abschreckung von Gegnern wie Russland, China und Iran zu nutzen. Darüber hinaus erwartet man eine verstärkte transaktionale Diplomatie, die pragmatische Beziehungen zu Verbündeten priorisiert und Druck auf NATO-Partner ausübt, mehr zur Verteidigung beizutragen. Dies könnte zur Erhöhung von Handelszöllen, beispielsweise auf Deutschland, führen, um „faire wirtschaftliche Vereinbarungen“ sicherzustellen.
Trump plant zudem eine härtere Linie gegenüber China und Russland. Die Intensivierung der US-Position gegen China, insbesondere im Hinblick auf Handelsfragen und militärische Bereitschaft, könnte die Spannungen in der Region erhöhen. In Sachen Russland plant Trump möglicherweise diplomatische Engagements, könnte jedoch zugleich eine strikte Vorgehensweise gegenüber dem Iran verfolgen. Er wird voraussichtlich auch aktiver in der Vermittlung globaler Konflikte agieren, um die USA als Friedensbroker in Schlüsselregionen wie Europa und dem Nahen Osten zu etablieren, während die Biden-Administration hier eine zurückhaltendere Rolle einnahm.
Globale Herausforderungen und transatlantische Beziehungen
Die sich abzeichnende Außenpolitik steht auch im Kontext aktueller globaler Herausforderungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine ist die Unterstützung für die Ukraine zentraler Bestandteil der transatlantischen Beziehungen und verdeutlicht die sicherheitspolitische Abhängigkeit europäischer Staaten von den USA. Die Biden-Administration hat versucht, den internationalen Einfluss der USA durch multilaterale Kooperation zu betonen, während Trump voraussichtlich wieder einen unilateralen Ansatz vertreten wird. Diese Entwicklung birgt das Risiko, langfristige Partnerschaften, insbesondere in Europa, zu beschädigen und könnte die geopolitische Landschaft nachhaltig verändern.
Darüber hinaus sind die ideologischen Differenzen zwischen den Parteien in den USA weiterhin erheblich, was Unsicherheiten für die transatlantischen Beziehungen in den kommenden Jahren mit sich bringen könnte. Der bevorstehende Amtsantritt Trumps könnte zu einer gravierenden Neuordnung der internationalen Beziehungen führen, wobei die USA erneut eine dominante, wenn auch konfliktreiche Rolle auf der globalen Bühne einnehmen werden.