Am Dienstag, dem 10. März 2025, verhandeln Vertreter der USA und der Ukraine in Saudi-Arabien über einen möglichen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg. Die US-Regierung ist der Ansicht, dass die Ukraine bereit sei, in Richtung eines Friedens zu gehen, allerdings war die militärische Lage der Ukraine aufgrund des Entzugs der US-Unterstützung am 5. März kritisch. Präsident Donald Trump hatte zuvor militärische Garantien, die einen Waffenstillstand absichern sollten, verweigert, was die Situation weiter verschärfte.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich optimistisch über die Fortschritte in den Gesprächen äußerte, wird in Saudi-Arabien erwartet. Die Verhandlungen werden an seiner Stelle von seinem Kanzleichef Andrij Jermak geführt, der die Ziele einer Feuerpause und einen Stopp der Angriffe auf zivile Infrastruktur formuliert hat. Trotz Selenskyjs Zuversicht bleibt die Unsicherheit groß, da Russland weiterhin Gebietsabtretungen, eine Demilitarisierung der Ukraine und eine neue ukrainische Regierung fordert.
Schwierige Verhandlungen und unterschiedliche Erwartungen
Die Ukraine pocht auf Sicherheitsgarantien der USA, um einem weiteren Überfall durch Russland vorzubeugen, hat jedoch den Eindruck, dass diese Forderungen ignoriert werden. Laut dem US-Verteidigungsminister ist eine NATO-Mitgliedschaft für die Ukraine „unrealistisch“, während Selenskyj betont, dass die Ukraine entweder NATO-Mitglied werden oder Atomwaffen besitzen müsse, um ausreichend Schutz zu erhalten. Diese Divergenzen verdeutlichen die komplexe geopolitische Lage, in der sich die Ukraine befindet.
Die militärische Situation der Ukraine hat sich weiter verschlechtert, da ohne Geheimdienstinformationen aus den USA Angriffe wesentlich schwerer zu koordinieren sind. In der Nacht zum Montag kamen bei russischen Luftangriffen auf zivile Infrastruktur sechs Menschen ums Leben. Die Denkfabrik Institute for the Study of War berichtete von einem möglichen Kollaps der ukrainischen Linien in der Region Kursk.
Forderungen der Ukraine und Positionen Russlands
Die Hoffnungen auf Frieden sind in der Ukraine gesunken, vor dem Hintergrund anhaltender Verluste und der Forderung nach Gerechtigkeit. Yevheniia Kravchuk, stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Selenskyjs Partei, warnte vor einem Waffenstillstand, der möglicherweise zu einem neuen Krieg führen könnte. Zudem äußerte Kravchuk, dass es keine Anzeichen für eine Beendigung des Krieges von russischer Seite gebe.
Die Ukraine strebt die vollständige Wiederherstellung ihrer territorialen Integrität an, die auch die Rückeroberung der Krim umfasst. Russland hingegen lehnt Zugeständnisse rigoros ab und fordert, dass die Ukraine offiziell auf einen NATO-Beitritt verzichtet und sich „entmilitarisiert“. Diese Diskrepanz in den Verhandlungspositionen könnte die Gespräche erheblich erschweren.
- USA und Europa unterstützen die Position der Ukraine.
- Russland fordert Gebietsabtretungen und eine neue ukrainische Regierung.
- Die Ukraine befürchtet, gezwungen zu werden, besetzte Gebiete aufzugeben.
Der Ausgang der Verhandlungen bleibt ungewiss, während die internationale Gemeinschaft aufmerksam verfolgt, wie sich die Lage entwickeln wird. Die USA haben klargestellt, dass das Ende des Krieges nicht mit den Grenzen von 2014 erreicht werden kann, was den Druck auf die Ukraine erhöht, in den Gesprächen Zugeständnisse zu leisten, um größeren Gebietsverlusten entgegenzuwirken.