Am 27. Februar 2025 kündigte US-Präsident Trump überraschend Zölle von 25% auf Einfuhren aus der EU an, wobei insbesondere die Automobilindustrie betroffen ist. Diese Entscheidung hat bereits zu einer erhöhten Verunsicherung an den Märkten geführt, sowohl in Europa als auch an der Wall Street. Die offizielle Bekanntgabe der Zölle steht noch bevor und die Anleger reagieren zurückhaltend. Tagesschau berichtet, dass der DAX am Nachmittag um rund 1% fiel und dabei zwischen 22.493 und 22.686 Punkten pendelte. Zuvor hatte der Index sich noch bis auf 100 Punkte an sein Allzeithoch von 22.935 Punkten angenähert.
Die politische Unsicherheit drängt aktuelle Unternehmensberichte in den Hintergrund. Während der DAX nach den Analystenmeinungen eine volatile Phase durchlebt, fällt auch der MDAX um 0,6%. Insbesondere die Automobilhersteller BMW und Porsche leiden unter diesen Entwicklungen und stehen am Ende des DAX. Die Probleme in der Automobilindustrie werden jedoch auch auf den zunehmenden Wettbewerb aus Fernost zurückgeführt, sodass die drohenden US-Zölle nicht der alleinige Grund sind.
Marktentwicklungen und Unternehmensstrategien
In den USA zeigt sich die Wall Street uneinheitlich: Der Dow Jones Index verzeichnet ein Plus von 0,5%, während der Nasdaq um 0,8% nachgibt. Trumps Zölle scheinen die allgemeine Marktlage erheblich zu beeinflussen, was die Unsicherheit unter den Anlegern verstärkt. Analysten betonen, dass Zölle als steuerliche Abgaben auf importierte Güter erhebliche Auswirkungen auf internationale Handelsbeziehungen haben. Die Zölle könnten nicht nur lokale Industrien schützen, sondern auch zu höheren Preisen für ausländische Produkte führen, was die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigt. Dies könnte den Druck auf Unternehmen erhöhen, preislich wettbewerbsfähig zu bleiben.Investmentweek erklärt, wie Zölle in Handelsabkommen als Druckmittel genutzt werden können.
Ein weiterer Grund zur Sorge kommt aus dem Technologiesektor. Nvidia hat jedoch positive Nachrichten geliefert, indem das Unternehmen die Erwartungen der Anleger übertraf: Der Umsatz im letzten Quartal stieg um 78% auf 39,3 Milliarden Dollar, während der Gewinn von 12,3 auf 22,1 Milliarden Dollar anstieg. Auf der anderen Seite enttäuschte Salesforce mit einer Umsatzprognose von 40,5 bis 40,9 Milliarden Dollar, was unter den Erwartungen von Analysten liegt.
Ausblick auf Unternehmensstrategien
Zusätzlich gab Beiersdorf die Planung eines Aktienrückkaufprogramms im Umfang von bis zu 500 Millionen Euro bekannt, das nach der Hauptversammlung 2025 beginnen soll. Audi hingegen plant drastische Einsparungen und will bis 2030 jährlich 1 Milliarde Euro bei Personalkosten und bis zu 8 Milliarden Euro bei Materialkosten einsparen. Aixtron erwartet einen Umsatz zwischen 530 und 600 Millionen Euro für 2025, was einem Rückgang von 14% entspricht, während Nordex von einem Umsatzanstieg um 12,5% auf 7,3 Milliarden Euro berichten kann.
Die bevorstehenden Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China, die am 4. März in Kraft treten sollen, könnten die prekäre Marktsituation weiter verschärfen. Investoren und Analysten sind gefordert, die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Märkte und Anlagestrategien genau zu beobachten.