Am Bunzlauer Platz im Münchner Stadtbezirk Moosach, einem zentralen Verkehrsknotenpunkt am S-Bahnhof Moosach, steht die Verkehrssicherheit im Fokus. Der Platz ist von Baumreihen umsäumt und beherbergt die Haltestelle der Tramlinie 20 sowie das Nahversorgungszentrum „Meile Moosach“. Auch ein Wochenmarkt findet dort jeden Donnerstag von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr statt. Dennoch haben Fußgänger in diesem Bereich mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen, sicher von der Tram zur S- oder U-Bahn zu gelangen. Dies wurde in einer Sitzung des Moosacher Bezirksausschusses deutlich, wo Dr. Karsten Schacht (Grüne) über die Bürgerbeschwerden berichtete und auf die mangelnde Sicherheit beim Überqueren der Straßen hinwies.
Wie tz darlegt, fehlen Zebrastreifen gesamt am Bunzlauer Platz, was die Übergänge über die Tramgleise unübersichtlich macht. Dies führt zu einer hohen Gefährdung für Fußgänger, insbesondere angesichts der erhöhten Verkehrsdichte durch Busse, Autos und Taxis. Der Bezirksausschuss fordert daher, die Straßen rund um den Platz als „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ auszuweisen. Ziel ist, die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen und das Stadtteilzentrum aufzuwerten.
Diskussion über Verkehrsberuhigung
Das Mobilitätsreferat (MOR) hat bereits Tempo 30 Zone beschildert, was im Bezirksausschuss „im Kern“ positiv aufgenommen wird. Jedoch gibt es unter den Ausschussmitgliedern auch kritische Stimmen. Dr. Schacht betont, dass ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich deutlich mehr als nur Tempo 30 Schilder erfordere. Der BA-Chef Wolfgang Kuhn (SPD) hat angedeutet, beim MOR nachzuhaken, um eine Überplanung des Platzes zur Verbesserung der Sicherheit und Aufenthaltsqualität voranzutreiben.
Die Herausforderungen in der urbanen Mobilität sind nicht nur auf Moosach beschränkt. Wie die Seite beesmart erläutert, kämpfen Städte weltweit mit der Verkehrssicherheit. Das Bevölkerungswachstum und die Zunahme an Fahrzeugen führen zu überfüllten Straßen. Laut WHO fordern Verkehrsunfälle jährlich über 1,2 Millionen Menschenleben, und in Städten machen Verkehrstote 2017 rund 37 % aller Verkehrstoten in Europa aus. Besonders gefährdet sind Fußgänger, von denen 21 % der Verkehrstoten ausmachten.
Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, empfiehlt die European Transport Safety Council (ETSC) unterschiedliche Maßnahmen, einschließlich klarer Hierarchien der Verkehrsteilnehmer und Verkehrsberuhigung. Innovative Lösungen und Infrastrukturverbesserungen sind essenziell, um die künftige Sicherheit in urbanen Gebieten zu gewährleisten.
Der Bunzlauer Platz könnte somit ein Beispiel sein, wie durch gezielte Maßnahmen ein sicherer Raum für alle Verkehrsteilnehmer geschaffen werden kann. Das Engagement der Bürger und des Bezirksausschusses ist eine entscheidende Voraussetzung, um eine Verbesserung der Situation vor Ort zu erreichen.