Island

Erhöhte Erdbebenaktivität an isländischen Vulkanen – Ausbruch oder Ruhe vor dem Sturm?

Erhöhte Erdbebenaktivität und mögliche bevorstehende Vulkanausbrüche auf Island

Die Erdbebenaktivität auf Island hat sich wieder verstärkt, insbesondere an zwei Vulkanen. Während der Vulkanausbruch auf niedrigem Niveau fortbesteht, konzentrieren sich die Erdbeben auf die Bereiche der aktiven Sundhnukar-Spalte, den Keilir im Fagradalsfjallsystem und das benachbarte Krysuvik. Diese seismischen Ereignisse stehen wahrscheinlich in Zusammenhang mit den Spannungen, die durch die Bodenhebung bei Svartsengi verursacht werden. Insbesondere am Fagradalsfjall hebt sich der Boden an, was möglicherweise auf eine Magmenakkumulation hindeutet. Es wird angenommen, dass der tiefere Magmenkörper unter Fagradalsfjall den flacheren in Svartsengi speist. Allerdings basieren viele dieser Annahmen auf theoretischen Modellen und nicht auf festen wissenschaftlichen Fakten, was die Vorhersage möglicher Ereignisse erschwert.

Ein bekannter isländischer Vulkanologe hatte kürzlich spekuliert, dass die Bodenhebung bei Svartsengi gestoppt sei, was als Zeichen für eine bevorstehende Aktivitätszunahme am Krater interpretiert werden könnte. Trotzdem zeigt der Vulkan bisher keine Anzeichen für eine bedeutende Veränderung. Der Ausbruch verläuft weiterhin ruhig, während der Tremor leicht schwankt. Die GPS-Daten deuten darauf hin, dass die Bodenhebung weiterhin besteht, wenn auch möglicherweise in verlangsamtem Tempo. Aktuell sind keine kurzfristigen Anzeichen für erhöhte Aktivität ersichtlich, aber möglicherweise sind mittelfristig interessante Entwicklungen zu erwarten – entweder eine Zunahme der Aktivität am derzeit aktiven Krater oder das Eintreten neuer Ereignisse.

Ein weiteres Gebiet, das Aufmerksamkeit verdient, ist die Seismizität an der Askja. In nur 48 Stunden wurden hier 17 Erdbeben registriert, die sich hauptsächlich auf den 12 Kilometer entfernten Herdubreid und weniger auf die Caldera konzentrierten. Aktuell gestalten sich die Messungen der Bodenhebung schwierig aufgrund eines Geräteausfalls, der zu unzuverlässigen Werten führt. Dennoch hat sich eine auffallende Bodenhebung von etwa 80 Zentimetern angesammelt, was darauf hindeutet, dass ein Ausbruch jederzeit bevorstehen könnte.

Martin Schneider

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