Rafael Grossi, der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), hat wiederholt vor den ernsthaften Risiken gewarnt, die die laufenden Angriffe Russlands auf die ukrainische Energieinfrastruktur für die nukleare Sicherheit in der Region darstellen. In seiner jüngsten Stellungnahme betonte Grossi, dass die Bombardierung von Umspannwerken und anderen kritischen Einrichtungen die gesamte Energieversorgung der Ukraine gefährden könnte. Dies könnte zu verheerenden Konsequenzen führen, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Ukraine während der drei Jahre währenden Invasion weiterhin stark auf ihre Kernkraftwerke angewiesen ist, die mehr als die Hälfte ihrer Stromerzeugung bereitstellen. Al Jazeera berichtet, dass …
Grossi besuchte am Dienstag die ukrainische Hauptstadt Kiew, um hochrangige Gespräche über die Sicherstellung der nuklearen Sicherheit in dem Konfliktland zu führen. Er wies darauf hin, dass die Kiewska-Elektro-Umspannstation eine entscheidende Rolle für die nukleare Sicherheit spielt. Störungen in der Stromversorgung zu Kernkraftwerken können wichtige Prozesse, wie die Kühlung der Reaktoren, unterbrechen, was in der Vergangenheit tödliche Folgen hatte. Besondere Besorgnis besteht über die Kernschaltanlagen, die als besonders verwundbar gelten und im Falle eines Ausfalls eine gravierende Bedrohung für die gesamte Energieversorgung darstellen können. Der ukrainische Energieexperte Oleksandr Kharchenko warnte, dass ein Ausfall von nur zwei dieser Anlagen zu einem Stromausfall von mindestens 30 bis 36 Stunden führen könnte, was zu starken Einschränkungen der Energieversorgung für mehrere Wochen führen könnte.
IAEA-Aktivitäten in der Ukraine
Grossi plant für später in dieser Woche einen Besuch in Russland, um die aktuelle Situation im von Russland besetzten Kernkraftwerk Saporischschja zu erörtern. Dieses Kraftwerk ist das größte in Europa und wurde kurz nach dem Beginn der Invasion im Februar 2022 von den russischen Truppen erobert. Die IAEA hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die nukleare Sicherheit in der Ukraine zu unterstützen, und überwacht die Situation in den Kernkraftwerken täglich. Die Agentur führt regelmäßige Verifizierungsaktivitäten durch und erstellt Updates zur nuklearen Sicherheitslage. Die IAEA hat angegeben, dass …
Im Kontext der militärischen Spannungen in der Region gab es kürzlich Berichte über Drohnenangriffe auf die Stadt Energodar, die jedoch ohne Verletzungen oder nennenswerte Schäden blieben. Der Kommunikationsdirektor des Saporischschja-Kernkraftwerks, Yevgenia Yashina, bestätigte, dass die Einrichtungen des Kraftwerks von den Angriffen unberührt blieben. Dennoch gibt es tägliche Explosionen in der Nähe des Kernkraftwerks, was für die IAEA und die ukrainischen Behörden Anlass zur Sorge gibt. Die IAEA hat auch einen fortlaufenden Prozess zur Instandhaltung und Sicherstellung der technischen Infrastruktur am Saporischschja-Kernkraftwerk eingeleitet und autorisierte zuletzt die Beschaffung neuer mobiler Dieselgeneratoren zur Gewährleistung der Stromversorgung.
Politische Verantwortung und Herausforderungen
Trotz der intensiven Bemühungen der IAEA haben ukrainische Abgeordnete den Energieminister German Galushchenko kritisiert. Sie werfen ihm vor, nicht schnell genug Maßnahmen zum Schutz der Energieinfrastruktur zu ergreifen, und forderten in einer Resolution im vergangenen Monat seine Absetzung. Die anhaltenden Risiken durch russische Angriffe auf die Energieversorgung haben die politische Debatte im Land belebt und die Notwendigkeit zusätzlicher Schutzmaßnahmen hervorgehoben.
Mit der Situation in der Ukraine, die weiterhin einer ständigen Bedrohung durch militärische Konflikte ausgesetzt ist, steht die IAEA vor der Herausforderung, sowohl die nukleare Sicherheit aufrechtzuerhalten als auch die internationale Gemeinschaft über die Entwicklungen zu informieren. Während Grossi seine Fatigue im Kontext dieser Herausforderungen betont, bleibt er bestrebt, sicherzustellen, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um nukleare Unfälle zu verhindern und die Sicherheit der in der Ukraine operierenden Kernkraftwerke zu gewährleisten. Neuigkeiten zur IAEA zeigen, wie …