Der Allgäuer Landmaschinenhersteller Fendt blickt auf ein gebrochenes Jahr 2024 zurück: Während 2023 Rekordzahlen mit etwa 21.800 verkauften Traktoren erzielt wurden, fiel der Absatz im letzten Jahr auf etwa 19.290 Einheiten. Dies entspricht einem Rückgang um rund 2.500 Traktoren und unter die Marke von 20.000 Verkäufen, was die Bedeutung von 2022 und 2023 für das Unternehmen unterstreicht. Fendt-Chef Christoph Gröblinghoff äußerte sich dennoch optimistisch über das Jahr 2024 und erwartet, dass die Verkaufszahlen in 2025 nicht weit von diesen Werten entfernt sein werden. Eine spürbare Erholung der Marktsituation wird jedoch erst für 2026 prognostiziert.

In den letzten Jahren hat der Absatz von Agrarmaschinen in Europa insgesamt eine negative Entwicklung durchgemacht. So zeigt eine Analyse, dass 2024 in 22 europäischen Ländern insgesamt 142.000 neue Traktoren registriert wurden, was einem Rückgang von etwa 13 % entspricht. Besonders stark betroffen war die Argo-Gruppe mit einem Rückgang von 25 %. Im Vergleich dazu meldete Fendt den geringsten Rückgang mit nur 0,8 %.

Marktentwicklung und Trends

Die Ungleichgewichte im Markt sind auch auf unterschiedliche Erfassungsmethoden bei den Traktorenzulassungen in Europa zurückzuführen. In Deutschland, dem führenden Land für Traktorenverkäufe in Europa, wurden verschiedene Trends beobachtet. Obwohl die Verkäufe im Jahr 2024 noch nicht abgeschlossen sind, ist ein klarer Rückgang in den Registrierungszahlen erkennbar. Der deutsche Markt bietet mit einem Anteil von 27 % an der Produktion in Europa einen bedeutenden Rahmen, worin auch Fendts Rolle als einer der großen Akteure in der Branche zu sehen ist.

Die Marktanalysen deuten darauf hin, dass die landwirtschaftliche Maschinenindustrie in Europa bis 2029 ein Marktvolumen von etwa 19,66 Milliarden USD erreichen könnte, mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 4,90 %. Dies wird durch den wachsenden Trend zur Mechanisierung und den technologischen Fortschritt angetrieben, wobei zunehmend Traktoren mit mehr als 50 PS nachgefragt werden.

Strategien für die Zukunft

Fendt plant, ab 2026 wieder mehr als 20.000 Traktoren zu produzieren. Der Standort Marktoberdorf beschäftigt bereits mehr als 5.000 Mitarbeiter und bietet Potenzial für Wachstum, besonders in Zeiten des anhaltenden Fachkräftemangels in der Landwirtschaft. Diese Entwicklung führt zu steigenden Löhnen und einer verstärkten Mechanisierung, was wiederum die Nachfrage nach modernen landwirtschaftlichen Lösungen fördert.

Während der Absatz von Traktoren insgesamt eine Herausforderung darstellt, bleibt die langfristige Perspektive der Branche optimistisch, da die Mechanisierung der Landwirtschaft und die daraus resultierenden Produkte von entscheidender Bedeutung für die Erfüllung der wachsenden Anforderungen an die Nahrungsmittelproduktion sind. Mit 50-60 % Exportquote für deutsche Traktoren wird die internationale Nachfrage ebenfalls eine Rolle für zukünftige Vertriebsergebnisse spielen.